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Die Handelskette Reformhaus Müller schliesst alle Filialen in der Schweiz.
«Uns ist leider mitgeteilt worden, dass der Geschäftsbetrieb am 3. Januar eingestellt wird», steht auf einem Schild der Ladenkette Reformhaus Müller am Zürcher Rennweg. Es ist der größte Zweig der Kette. Die Türen des Ladens sind am Dienstag noch geöffnet. Es ist der letzte Verkaufstag im Rennweg und den anderen 36 Filialen der gesunden Lebensmittelkette, heißt es in einer Mitteilung.
Das Traditionsunternehmen mit Sitz in Volketswil ZH besteht seit fast 100 Jahren. Der Verwaltungsrat hat nun die Bilanzen der Firmen Müller Reformhaus Vital Shop AG und Natural Power Distribution AG hinterlegt. Betroffen sind 37 Geschäftsstellen in 17 Schweizer Städten mit knapp 300 Mitarbeitenden.
Immer weniger preissensible Kunden
Der Grund: Überschuldung. Seit 2016 seien die Kundenfrequenzen branchenweit rückläufig, schreibt das Unternehmen. Dann kam die Pandemie. Seitdem kaufen immer mehr Menschen online ein. Da sie im Homeoffice bleiben, gibt es auch keine direkten Kunden. Nach Angaben des Unternehmens verstärkte sich der Rückgang in der zweiten Jahreshälfte 2022.
Demnach haben Kunden in den vergangenen Jahren verstärkt auf den Preis geachtet: „Unsere Mitarbeiter wurden täglich mit der Behauptung konfrontiert, unser Angebot sei zu teuer.“
Rettungspläne scheiterten
Wie es mit den 300 Mitarbeitern weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Das Gerücht kursiert seit Tagen. Noch vor Weihnachten meldeten sich Blick-Leser in der Redaktion und berichteten von Spekulationen über Filialschliessungen und Entlassungen.
In der Filiale Rennweg wollten sich die Mitarbeiter am Dienstag nach Bekanntwerden der Insolvenz nicht äußern. Im Kühlregal liegen noch die neuesten Frischwaren. Es ist der letzte Arbeitstag für Arbeiter.
CEO Mischa Felber betonte vor wenigen Tagen auf Blick-Anfrage, dass bisher «keine Arbeitnehmer entlassen worden seien». Das Unternehmen steht zu dieser Aussage. Bis kurz vor Weihnachten gab es Gespräche mit Dritten über eine mögliche Rettung des Unternehmens. Nun sind alle Sanierungspläne gescheitert.
Die Unternehmensleitung betont, dass alle Mitarbeiter ihr Gehalt Ende Dezember erhalten hätten. Bis dahin sind alle Mieten bezahlt.