Sicherheitsforscher haben Googles Smart Speaker angehört

  1. Sicherheitsforscher haben Googles Smart Speaker angehört

Googles intelligenter Lautsprecher der Google Home-Serie war anfällig für Lauschangriffe, wie ein Sicherheitsforscher enthüllte. Google hat das Problem inzwischen behoben und dem Forscher eine Bug-Prämie von etwas mehr als 100.000 US-Dollar gezahlt.

In einem ausführlichen Bericht zeigt der Sicherheitsforscher, wie er in Funkreichweite des Sprechers auf das Gerät zugreifen konnte. Wer sich an einem Smart Speaker anmeldet, kann unter anderem festlegen, dass Routinen zu bestimmten Tageszeiten automatisch starten. Laut dem Forscher könnte ein Angreifer eine Routine erstellt haben, die den Sprecher veranlassen würde, eine bestimmte Telefonnummer anzurufen, um einen Abhörangriff einzuleiten.

Der Angreifer steuert die Lautsprecher

Doch wie funktioniert der unbefugte Zugriff auf den Lautsprecher? Um das herauszufinden, hat der Sicherheitsforscher die Datenkommunikation des Smart Speakers abgehört. Dazu richtete er mit dem Tool mitimproxy einen Proxy-Server ein und schaltete sich als Man-in-the-Middle in die Verbindung ein. Seiner Meinung nach musste er etwas schummeln, da Google kürzlich damit begonnen hat, HTTPS auch im LAN zu verwenden.

Er hat sein Test-Smartphone so gerootet, dass das Android-System der Root-CA von mitmproxy vertraut. Nach eigenen Angaben nutzt es ein Frida-Skript, um das SSL-Pinning-Sicherheitsfeature zu umgehen. Mit Frida modifizieren Sie Anwendungen mit JavaScript.

Er konnte dann den gesamten verschlüsselten Datenverkehr einsehen. Der Sicherheitsforscher lernte, wie man Google-Konten mit dem Lautsprecher verknüpft. Daraus hat er ein Python-Skript erstellt. Mit den Anmeldedaten eines Google-Kontos und der IP-Adresse eines Google Smart Speakers konnte er das Konto mit dem Lautsprecher verknüpfen.

Mögliche Angriffe

Ein Angreifer hätte das Skript verwenden können, um eine Anwendung zu erstellen und sie einem Opfer aufzuzwingen. Nach dem Ausführen der App wäre der Lautsprecher kompromittiert. Laut dem Sicherheitsforscher könnte ein Angriff aber auch ohne Beteiligung eines Opfers funktionieren.

Ein Angreifer müsste sich in Funkreichweite des Smart Speakers befinden, damit dies funktioniert. Ein Zugriff auf das WLAN des Opfers ist dafür nicht erforderlich. Nun sollte der Angreifer die MAC-Adresse des Lautsprechers finden. Es können Präfixe vorhanden sein, die mit Google Inc. verknüpft sind. Ein Angreifer könnte das Gerät dann mit bestimmten Paketen in den Konfigurationsmodus versetzen. Dann können Sie mit den erhaltenen Geräteinformationen über das Internet ein Konto mit dem Lautsprecher verknüpfen und auch das Internet ausspionieren.

Sicherheitsproblem gelöst?

Um dies zu verhindern, hat Google den Prozess der Verknüpfung des Kontos und des Anrufs verschärft [phone number]-Routine für Remote-Nutzung gesperrt. Das Problem ist laut dem Sicherheitsforscher, dass die Architektur von Google Home auf Chromecast basiert. Chromecast hingegen hat fast keine Sicherheitsmaßnahmen gegen Man-in-the-Middle-Angriffe. Dadurch könnten auch andere Geräte der Google-Home-Reihe auf diese Weise angegriffen werden.

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