Eine Gruppe Jugendlicher hat in der Nacht von Freitag auf Samstag den Maschinenbaustudenten S.* (22) im Wartesaal des Bahnhofs Oerlikon überfallen. «Ich war nach einer Geburtstagsfeier auf dem Heimweg und wartete auf den Bus zur ETH Hönggerberg», berichtet S. «Plötzlich stürmten mehrere junge Männer, teilweise maskiert, in den Saal und warteten, wo ich alleine saß geh raus und schlag mich a”. Als er zu Boden fiel, traten sie weiter auf ihn ein. „Ich habe sofort die Gefährlichkeit der Situation erkannt, also habe ich versucht, mich so gut wie möglich vor den Schlägen zu schützen“, sagt S. „Allerdings hat es wie eine Ewigkeit gedauert, bis sie mich gehen ließen.“
Als die Jugendlichen zur Bushaltestelle rannten, sei er aufgestanden, sagt S. „Ich habe die Passanten angesprochen, die die ganze Situation verfolgt haben.“ Sie hätten Polizei und Sanitäter verständigt. “Sie haben mich mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und dort musste ich wegen einer vermuteten Hirnblutung das Wochenende verbringen.” Er habe am Samstag berichtet, dass er laut S. nun beurlaubt sei. «Ich finde es unglaublich, dass die Kriminalität in Zürich ein solches Mass erreicht hat, dass man nicht einmal sicher an die Uni gehen kann.»
Auf Anfrage bestätigte die Stadtpolizei Zürich innert 20 Minuten den Einsatz am Bahnhof Oerlikon und den Eingang der Anzeige. Laut Patrik Killer, leitender Jugendanwalt beim Jugendamt der Stadt Zürich, nahm die Polizei mehrere Verdächtige fest. “Die Angeklagten – Schweizerinnen und Schweizer zwischen 16 und 17 Jahren – wurden der Jugendstaatsanwaltschaft überwiesen.” Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. “Sanktionen sind persönlicher Erfolg oder Gefängnis”, sagt Killer. Außerdem muss geprüft werden, ob Schutzmaßnahmen notwendig sind: Überwachung, ambulante Behandlung, Körperpflege oder Unterbringung.
*Name den Verlegern bekannt
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