WEF 2023: Rösti, Parmelin und Habeck über den Gas-Solidaritätsvertrag

Habeck scheitert bei WEF-Meetings

Liebe Deutsche, unser Bundesrat heißt Rösti!

Die Schweiz und Deutschland sind beim Gasabkommen nicht wirklich vorangekommen. Das wurde am Montag am WEF deutlich. Der deutsche Wirtschaftsminister konnte sich nicht einmal an den Namen seines neuen Amtskollegen erinnern.

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Robert Habeck, Guy Parmelin und Albert Rösti trafen sich im Swiss House im Eishockeystadion Davos zum Austausch.

Lea Hartmann Politikredakteurin

Der erste öffentliche Auftritt von Umweltminister Albert Rösti (55) begann mit einer Unwahrheit, aber nicht von ihm. Bundesvizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (53) nannte seinen Amtskollegen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz versehentlich “Kollege Röstli”.

Rösti zeigte nichts. Er und Bundesrat Guy Parmelin (63) trafen sich mit Habeck am WEF, um vor allem über die Energieversorgung zu sprechen. Im vergangenen Jahr gab es in Davos einen Austausch zwischen den Wirtschaftsministern und Rösti-Vorgängerin Simonetta Sommaruga (62). Die beiden Länder kündigten daraufhin an, Verhandlungen über ein Gas-Solidaritätsabkommen aufzunehmen. Diese soll im absoluten Notfall greifen, wenn das Gas auszugehen droht. Die Schweiz ist daran sehr interessiert, weil sie über keine Gasspeicher verfügt.

“Machen Sie sich nicht zu große Hoffnungen”

Seit der Ankündigung im vergangenen Mai wurden jedoch keine wirklichen Fortschritte erzielt, wie am Montag deutlich wurde. Habeck machte deutlich, dass es nur eine Einigung geben kann, die auch Italien einschließt. Einfach wegen der geografischen Lage der Schweiz. “Ich mache Ihnen nicht zu viel Hoffnung”, sagte Rösti, als er von einem Reporter nach den Verhandlungen gefragt wurde. Jetzt müssen Sie mit Italien sprechen.

Der Umweltminister zeigte Verständnis für die Position Deutschlands. Es geht um Solidarität zwischen dem gesamten Norden und dem gesamten Süden. Seiner Meinung nach gibt es keinen Zusammenhang zwischen den festgefahrenen Verhandlungen über ein Gasabkommen und den Gesprächen mit der EU über ein Rahmenabkommen, die nicht vorankommen. Vielmehr habe sich die Situation bezüglich der Versorgungssicherheit seit letztem Jahr verändert, der Druck sei nicht mehr derselbe, sagt Rösti.

Habeck sagte auch: „Entgegen der Befürchtung im Sommer haben wir heute eine viel stabilere Situation als befürchtet. Das ist keine Garantie für irgendetwas, aber es ist eine gute Auskleidung.“

Klartext zu Rüstungsexporten

Während sich die beiden Bundesräte sehr zurückhaltend äußerten und in ihren Aussagen insgesamt sehr vage blieben, sprach Habeck auch Klartext über Rüstungsexporte. Deutschland will der Ukraine Munition für Gepard-Panzer geben, die in der Schweiz produziert wurde. Doch die Schweiz blockierte die Lieferung unter Berufung auf das schweizerische Waffenausfuhrgesetz.

Habeck sagte, er fände es “fair und hilfreich, wenn die Schweiz ihre Position überdenke und Munition an die Ukraine liefere”.

Die Bauarbeiten laufen: Davos sieht während des WEF ganz anders aus (01:45)

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