Virostatika offenbar wirksam gegen aktuelle Mpox-Viren

Frankfurt am Main/Canterbury. Der aktuelle Ausbruch mit dem Mpox-Virus unterscheidet sich von früheren Ausbrüchen nicht nur im Übertragungsweg, sondern auch in den Krankheitssymptomen. Aufgrund dieser Unterschiede bestehen Zweifel, ob die bisher eingesetzten Virostatika gegen Mpox-Viren auch gegen heutige Viren wirksam sind, teilt die Universität Frankfurt in einer Stellungnahme mit.

Um diese Zweifel auszuräumen, hat ein Forscherteam um die Virologen Professor Jindrich Cinatl von der Universität Frankfurt am Main und Professor Martin Michaelis von der University of Kent in England aktuelle Mpox-Viren in Zellkultur untersucht. Die Forscher isolierten Mpox-Viren von zwölf vom Ausbruch betroffenen Menschen und vermehrten sie in Zellkultur, berichtet die Universität Frankfurt. Virusisolate wurden dann in Hautzellkulturen auf Empfindlichkeit gegenüber Tecovirimat, Cidofovir und Brincidofovir getestet. Nach bisherigen Erfahrungen sind diese Medikamente gegen Mpox-Viren wirksam.

Alle Viren reagierten auf die Medikamente

Die Ergebnisse zeigten, dass alle 12 Isolate weiterhin auf die Behandlung mit klinisch erreichbaren Konzentrationen häufig verwendeter Medikamente ansprachen, so die Pressemitteilung. Virologe Michaelis betont in der Mitteilung: „Diese Ergebnisse sind sehr beruhigend und geben Anlass zu der Annahme, dass verfügbare antivirale Therapien auch im aktuellen Ausbruch weiterhin gegen Affenpocken wirksam sein werden.“ Die Ergebnisse hat das Forschungsteam kürzlich im New England Journal of Medicine (NEJM 2022; online 28. Dez.) veröffentlicht.

Das Mpox-Virus ist eng mit dem menschlichen Pockenvirus (Variola-Virus) verwandt. Letzteres hatte große Ausbrüche mit hohen Sterblichkeitsraten verursacht, bis es Ende der 1970er Jahre durch Impfung ausgerottet wurde. Menschliche Pocken waren oft mit sehr schweren Krankheitsverläufen verbunden (Sterblichkeitsrate um 30 %), während die Mpox-Viruserkrankung in der Regel einen milderen Verlauf hatte (Sterblichkeitsrate um 3 Prozent).

Menschen mit geschwächtem Immunsystem, wie ältere Menschen, schwangere Frauen, Neugeborene und Kleinkinder, haben ein hohes Risiko, an der Mpox-Krankheit zu erkranken. Bei dem seit Mai andauernden weltweiten Mpox-Ausbruch müssen etwa zehn Prozent der Betroffenen im Krankenhaus behandelt werden. (Eb/Eis)

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