Prinz Harry scheint in letzter Zeit mit einigen schweren Anschuldigungen um sich geworfen zu haben. BUNTE.de hat mit einem Psychologen über das Verhalten des Royals gesprochen.
Prinz Harry (38) sorgt seit Tagen mit seinen Memoiren „Spare“ für Aufsehen in der royalen Welt. Einerseits gibt er in dem Buch einen sehr privaten Einblick in sein Leben, spricht über die Geburt seiner Kinder, seinen Drogenkonsum und natürlich die Beziehung zu Herzogin Meghan (41). Andererseits ist die Autobiographie auch voll von scharfer Kritik an der königlichen Familie als Institution und einzelnen Familienmitgliedern. Auch in den diversen Fernsehinterviews, die Harry zu Werbezwecken gab, mangelt es nicht an Vorwürfen. Eines scheint bei Harrys vielen Enthüllungen jedoch zu fehlen: Selbstreflexion. Immer wieder fällt auf, dass der Prinz nicht nur sich selbst zu widersprechen scheint, sondern auch immer wieder andere für seine Taten verantwortlich macht. Aber was hat es mit diesem Verhalten auf sich?
Erste Zweifel an “freien” Passagen: war es hier? – Mehr Infos im Video oben!
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Hier widerspricht sich Prinz Harry selbst
Ein ständiger Vorwurf an Harry: Die britische Presse reißt seine Worte aus dem Zusammenhang und verdreht seine Aussagen. So behauptet er beispielsweise in einem Interview mit Stephen Colbert (58), er habe nie damit geprahlt, 25 Menschen in Afghanistan getötet zu haben. Diese Presseerklärung bringe ihn und seine Familie in Gefahr, berichtet der 38-Jährige. Und auch wenn der Begriff „angeben“ vielleicht übertrieben sein mag, Harry beschreibt seinen Einsatz in Afghanistan in seinem Buch mitunter recht schroff. Zum Beispiel beschreibt er die von ihm getöteten feindlichen Kämpfer als “Schachfiguren, die vom Brett gefallen sind”. Darüber hinaus kritisierten Militärexperten, dass Harrys bloße Preisgabe solch “sensibler” Informationen ein großes Sicherheitsrisiko darstellt.
Noch ein überraschender Punkt: Im berühmten Interview mit Oprah Winfrey (68) werfen Meghan und Harry dem Königshaus unter anderem deutlich Rassismus vor. In einem neuen Interview will Harry davon nichts mehr wissen. Stattdessen behauptet er erneut, die britische Presse habe seine Zitate aus dem Zusammenhang gerissen. Schließlich gibt es einen Unterschied zwischen Rassismus und „unbewusster Voreingenommenheit“.
Den Grund für die zahlreichen Negativ-Schlagzeilen sieht Harry nicht nur in der Presse, sondern beschreibt beispielsweise auch in seinen Memoiren, wie es zu seinem mittlerweile berühmten Nazi-Outfit kam, für das der damals 20-Jährige vielfach kritisiert wurde. Seinen Angaben zufolge waren es jedoch William (40) und Kate (41), die ihn ermutigten, sich für ein so geschmackloses Kostüm zu entscheiden.
Erste Zweifel an „Spare“-Passagen: War Prinz Harry hier? © © ANGELA WEISS/AFP über Getty Images; BUNTE.de
Experte erklärt: Seit Prinz Harry in die USA gezogen ist, hat sein Verhalten einen Wendepunkt erreicht
Aber wie kommt es, dass Harry oft woanders nach Schuld sucht? BUNTE.de sprach mit dem Psychologen Sebastian Bartoschek über Harry: „Bei Harry sieht man in den letzten Jahren eine zunehmende Tendenz zur Externalisierung, also zur Schuldzuweisung an Dritte. Dazu gibt es meiner Meinung nach auch eine Tendenz “Groupthink” genannt. Groupthink bedeutet, wenn ich mich mit immer mehr gleichen Menschen umgebe, dann finde ich eine einheitliche Erzählung und differenziere mich von anderen. Aus meiner Sicht war diese eheliche Verbindung mit Meghan eigentlich ein Auslöser und dann wieder der Umzug in die USA. Man sieht schon jetzt, dass es eine wachsende Eskalation gibt, mit Blick auf negative Zuschreibungen über das Königshaus.“
Die Rassismusvorwürfe gegen die Windsors, die Harry und Meghan in den USA auf „ein dankbares Publikum“ stießen, haben meiner Meinung nach auch etwas damit zu tun, dass Harry damals in den USA ein sehr exponiertes und gutes Ansehen genoss Anders war die Situation, dass die königliche Familie als Lieblingsenkel der Queen hatte und seitdem er immer mehr in Ungnade fiel und sich nun rechtfertigen muss, warum ich da bin, wo ich bin. Und Menschen neigen im Allgemeinen dazu, anderen die Schuld für so etwas zu geben. Wenn er dann, und das meine ich mit Gruppendenken, davon ausgeht, dass er ein Umfeld hat, das seine Perspektive sicher unterstützt, dann wird dieser Prozess verstärkt.”
Wie glaubwürdig sind die Aussagen von Prinz Harry?
Sebastian Bartoschek hat den Eindruck, dass sich Harry und Meghan aus amerikanischer Sicht zunehmend gegen die Royals positionieren. „Ein Stück weit braucht er es auch für die endgültige Emanzipation. […] Ich glaube nicht, dass Harry lügt, im Sinne der bewussten Verbreitung von Unwahrheiten, aber ich denke schon, dass sich in seiner Erinnerung vielleicht alles immer mehr zuspitzt“, ist sich der Experte sicher.
Wird sich die Königsfamilie auflösen? Carla Bruni neckt Harry und Meghan © © Instagram/ carlabruniofficial; wochit