Kosovo: Zunehmende Spannungen zwischen der serbischen Minderheit und der Regierung

Die Serben treten zurück

Der Streit um die Zahl der Autos im Kosovo nimmt wieder zu

Eine Regierungsentscheidung im Kosovo treibt die dort lebenden Serben in den Wahnsinn. Sie zünden die nächste Eskalationsstufe. Die EU ist besorgt.

1/5

Wütende Serben protestieren im Kosovo gegen eine Regierungsentscheidung zu Nummernschildern.

Im Kosovo haben die Spannungen zwischen Vertretern der serbischen Minderheit und der Regierung in Pristina zugenommen. Der Auslöser? Eine Regierungsentscheidung. Ethnische Serben sind gezwungen, Nummernschilder des benachbarten Serbien durch kosovarische zu ersetzen.

Aus Protest sind alle ethnischen Serben von ihren Ämtern in kosovarischen Institutionen wie Polizei, Justiz, Parlament und Kommunen zurückgetreten. EU, Nato und die internationale Schutztruppe KFOR des Kosovo reagierten mit Sorge auf die Entwicklung.

Der Chef der Regionalpolizei hat geschossen

Die Entscheidung zum Rücktritt wurde am Samstag in Zvecan im Norden des Kosovo bei einem Treffen der von Belgrad unterstützten Partei Srpska Lista getroffen. Unter dem Applaus der Tagungsteilnehmer zogen unter anderem die ethnisch serbischen Polizisten ihre kosovarischen Polizeiuniformen aus.

Zuvor hatte die Regierung in Pristina den für das nördliche Gebiet Serbiens zuständigen Leiter der Regionalpolizei in Kosova entlassen. Er hatte sich geweigert, die Leute zu bitten, ihre Nummernschilder zu ändern. Gleichzeitig verlängerte Pristina die Frist für den Wechsel bis zum 21. April nächsten Jahres. Bei Verstößen soll es stufenweise Abmahnungen bis hin zu Bußgeldern geben.

Aufforderung, diese Handlungen zu unterlassen

„Die jüngsten Entwicklungen gefährden die jahrelange Arbeit im Dialog zwischen Belgrad und Pristina. Ich habe beide Seiten aufgefordert, von einseitigen Aktionen abzusehen, die zu weiteren Spannungen führen könnten“, sagte EU-Außenbeauftragter Josep Borrell auf Twitter. Borrell hatte unter anderem versucht, im Streit um die Registrierung zu vermitteln

Ähnliche Aufrufe kamen vom stellvertretenden NATO-Generalsekretär Mircea Geoana und dem EU-Sonderbeauftragten für den Dialog zwischen Belgrad und Pristina, Miroslav Lajcak (59). Die ehemalige serbische Provinz Kosovo erklärte 2008 ihre Unabhängigkeit. Serbien erkennt sie im Gegensatz zu den meisten Ländern der Welt nicht an. (SDA/nab)

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *