Die Ergebnisse stimmen mit früheren Befunden überein, die ebenfalls einen Zusammenhang zwischen ADHS und Kreativität festgestellt haben. Aber sind diese positiven Aspekte wirklich Teil der Störung? Darüber ist noch nicht viel bekannt, aber die Autoren scheinen davon überzeugt zu sein. “Kernsymptome von ADHS wie Impulsivität können ein Problem sein, aber sie können auch eine Stärke sein”, schließt er.
Sie empfehlen, nach diesen Stärken zu fragen und sie darauf aufmerksam zu machen. Dies kann das Selbstwertgefühl steigern, Depressionen reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Dies sollte auch bei der Auswahl der Therapie berücksichtigt werden. Auf der einen Seite erhalten Sie die guten Eigenschaften. Zwar gibt es keine Hinweise darauf, dass Psychopharmaka bei ADHS die Kreativität mindern, bei anderen positiven Aspekten könnte dies jedoch anders sein. Auf der anderen Seite möchten Betroffene vielleicht Medikamente vermeiden, weil sie ADHS nicht als Störung sehen, sondern als Manifestation auf einem „neurodiversen“ Kontinuum, ähnlich wie es viele Autisten tun.
Die Forscher weisen darauf hin, dass es sich nicht um eine repräsentative Stichprobe von Menschen mit ADHS handelte und die Antworten die Innenperspektive der Betroffenen waren. Objektive Maßnahmen sind notwendig, um Selbsteinschätzungen zu bestätigen und die positiven Aspekte in das Störungsbild integrieren zu können.