Das Protein könnte bei der Früherkennung des bösartigen Hodgkin-Lymphoms helfen

Universität Duisburg-Essen am 27.07.22

Das Hodgkin-Lymphom ist eine der häufigsten Formen von Lymphknotenkrebs und tritt vor allem bei jungen Erwachsenen auf. Wie es zu dieser bösartigen Erkrankung des Lymphsystems kommt, ist noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) schließen nun mit Forschern des Universitätsklinikums Frankfurt am Main weitere Lücken in der Entstehungsgeschichte des Hodgkin-Lymphoms. Dank ihrer Erkenntnisse* könnten Diagnosen künftig zuverlässiger gestellt und durch weitere Forschung bessere Therapien entwickelt werden. Die Forschung wurde von der Wilhelm-Sander-Stiftung mit rund 176.000 Euro über 24 Monate gefördert.

Im Fokus der Experten steht das Protein „CD30“. Ihre Existenz auf der Zelloberfläche gilt als wesentlicher Beweis dafür, dass sich ein Hodgkin-Lymphom gebildet hat. Allerdings gehen die Forscherteams aus Essen und Frankfurt am Main nach ihren Untersuchungen davon aus, dass das bloße Vorhandensein von CD30 nicht immer ein Indikator für solch einen bösartigen Krebs ist. „Manchmal finden sich CD30-Moleküle auch in einer seltenen Form von Immunzellen“, sagt Professor Dr. Ralf Küppers vom Institut für Zellbiologie (Tumorforschung) des Universitätsklinikums Essen. Zusammen mit prof. DR. Martin-Leo Hansmann vom Institut für Höhere Studien in Frankfurt konnten die Teams zeigen, dass die in seltenen Immunzellen gefundenen Ansammlungen von CD30 keine Vorstufe des Hodgkin-Lymphoms darstellen.

Außerdem untersuchten die Forscher, ob und welche möglichen Genveränderungen an der Entstehung des Hodgkin-Lymphoms beteiligt sind. In Form eines ersten Teilergebnisses konnten sie bereits zeigen, dass ein Gen eines bestimmten Regulators der Genaktivität bei einigen Fällen des Hodgkin-Lymphoms durch Mutation seine Funktion verliert. Die weitere Erforschung der nachgewiesenen genetischen Veränderungen könnte in Zukunft zu neuen Ansatzpunkten für gezieltere Therapien des Hodgkin-Lymphoms führen.

Bei der Wilhelm-Sander-Stiftung

Die Wilhelm-Sander-Stiftung gilt als einer der wichtigsten unabhängigen wissenschaftlichen Förderer der medizinischen Forschung, insbesondere der innovativen Krebsforschung in Deutschland und der Schweiz. Weitere Informationen, auch zur Beantragung von Fördergeldern, finden Sie unter www.wilhelm-sander-stiftung.de.

* Originalveröffentlichung in

Krebsgesundheitsforschung

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *