Colombo: Demonstranten stürmen den Amtssitz des Präsidenten von Sri Lanka

Aktualisiert am 9. Juli 2022, 14:17 Uhr

Zehntausende Menschen versammelten sich in der Hauptstadt, um den Rücktritt von Rajapaksa und der Regierung zu fordern. Die Polizei in Kampfausrüstung stürmte am Freitag eine Kundgebung und entfernte Hunderte von Demonstranten mit Lastwagen.

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Tausende Demonstranten stürmen den Präsidentenpalast.

Twitter-Screenshot

Einige der Demonstranten schwammen im Pool des Präsidenten.

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Die Demonstrationen in dem asiatischen Land dauern schon lange an.

AFP

Laut Fernsehberichten brachen Demonstranten in Sri Lanka in den Amtssitz von Präsident Gotabaya Rajapaksa ein. Bilder vom Handy vom Samstag zeigten eine große Anzahl von Menschen in dem gut befestigten Gebäude und dem davor liegenden Grundstück. Videos in sozialen Medien zeigten Hunderte von Menschen, die die Residenz betraten und riefen: „Geh, geh nach Hause.“

Zuvor setzte die Polizei Tränengas gegen Tausende von Demonstranten ein, die Nationalflaggen schwenkten und Rajapaksas Rücktritt forderten. Die Demonstranten durchbrachen Barrieren und betraten die offizielle Residenz. Sicherheitspersonal versuchte, sie daran zu hindern. Es gab einen Kampf. Mindestens 34 Menschen wurden verletzt, darunter zwei Polizisten. Ein Vertreter des nationalen Krankenhauses sagte, zwei der Verletzten seien in einem kritischen Zustand.

Die schlimmste Wirtschaftskrise seit 1948

Es war unklar, ob Rajapaksa sich in der Residenz aufhielt. Regierungssprecher Mohana Samaranayake sagte, er wisse nicht, ob der Präsident das Gebäude verlassen habe. Laut Fernsehberichten stürmten Hunderte von Demonstranten auch das Büro von Rajapaksa in ein benachbartes Gebäude.

Die Demonstranten machen Rajapaksa für die schlimmste Wirtschaftskrise des Landes seit der Unabhängigkeit im Jahr 1948 verantwortlich und fordern auch den Rücktritt von Premierminister Ranil Wickremesinghe, der sein Amt erst im Mai antrat. Sri Lanka hatte im April angekündigt, seine Auslandsschulden derzeit nicht weiter zu bezahlen, da es nicht über genügend Devisen verfüge. Sie summieren sich auf etwa 50 Milliarden Euro.

Die Polizei hat in der Hauptstadt Colombo und angrenzenden Gebieten eine Ausgangssperre verhängt. Oppositionsführer Sajith Premadasa rief jedoch zur Teilnahme an der Kundgebung auf. „Fordere die Diktatur heraus und schließe dich dem Volk an, um die Demokratie zu gewinnen. Wir können das“, sagte er.

(dpa/fos)

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