Acht Arme und viele Köpfchen: Oktopusse könnten Gewinner des Klimawandels sein

Acht Arme und viele Köpfchen Krake könnte ein Gewinner des Klimawandels sein

09.10.2022 02:58 Uhr

Tintenfische sind eine der faszinierendsten Tiergruppen. Es gibt sie in allen Größen, Formen und Farben. Und während viele Tierarten durch den Klimawandel bedroht sind, können Tintenfische besser damit umgehen. Das liegt auch an seinem starken Gehirn.

Ob als mysteriöser Nebelwerfer, geschickter Fallensteller oder listiger Jäger: Popopoden faszinieren Forscher und Laien gleichermaßen. Das mag auch daran liegen, dass sie zu den intelligentesten Wirbellosen gehören. Mit unzähligen Saugnäpfen an ihren acht Armen können sie zum Beispiel super Dämme halten. Oder Lebensmittel aus engen Behältern entnehmen.

Diese Fähigkeit machte Paul zum berühmten Oktopus im Sealife Aquarium in Oberhausen bei der WM 2010. Als tierisches Orakel hat er alle Spiele der deutschen Mannschaft richtig vorhergesagt, auch das Finale. Paul war ein Octopus vulgaris (gemeiner Oktopus). Der 8. Oktober ist ihm und den anderen Pops als World Pop Day gewidmet.

Oktopoden nutzen ihre Arme nicht nur zum Greifen nach Beute, sondern auch, um sich auf dem Meeresboden fortzubewegen. Wenn sie schnell fliehen müssen, lassen sie auch das Wasser, das sie atmen, abrupt aus ihrem Körper und verwenden Rückstoß. Mithilfe von Pigmentzellen (Chormatophoren) können sie Farbe und Muster ihres Körpers blitzschnell an ihre Umgebung anpassen. Als Verteidigungsstrategie stoßen sie bei Bedarf eine Tintenwolke aus einer Drüse aus, um Feinde zu verwirren.

Extrem anpassungsfähig

Tintenfische sind Einzelgänger und fressen hauptsächlich Krabben, Muscheln und Krabben, die sie mit ihren scharfen Schnäbeln öffnen. Weichtiere haben gut entwickelte Sinnesorgane, ein starkes Gehirn und sind lernfähig. Laut Experten sind Tintenfischpopulationen derzeit nicht akut gefährdet. Meeresbiologe Henk-Jan Hoving vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel erklärt, dass einige Kopffüßer dafür bekannt sind, relativ gut mit wechselnden Umweltbedingungen zurechtzukommen. “Ihnen wird die Möglichkeit zugeschrieben, zu den Gewinnern des Klimawandels zu gehören.” Es bedarf jedoch weiterer Forschung, um festzustellen, für welche Arten dies gilt.

Es sei nicht viel darüber bekannt, wie sich der Klimawandel tatsächlich auf Populationen von Kopffüßern (Kopffüßern) auswirkt, erklärt Hoving. Für einige Regionen gibt es die Hypothese, dass Popodas den Platz von Fischen im Nahrungsnetz eingenommen haben, deren Populationen unter Überfischung leiden. “Kopffüßer sind opportunistisch und sehr variabel, wenn es um Beute geht.” Daher könnten sie bei Bedarf auf andere Beutetiere ausweichen.

Forscher wissen noch sehr wenig über das Leben der Kopffüßer in der Tiefsee. Hoving betont, dass dieser Lebensraum der größte, aber am wenigsten erforschte auf der Erde ist. Wissenschaftler arbeiten aber nicht nur daran, mehr über das Leben der Oktopusse zu erfahren, sondern nehmen sich die achtarmigen Alleskönner zum Vorbild, um Neues zu erschaffen.

Modell für Unterwasserhandschuh

Beispielsweise hat ein Team in den USA einen Handschuh entwickelt, der auf Oktopusarmen basiert und mit dem sich Gegenstände unter Wasser sicher greifen und halten lassen. Bartletts Gruppe berichtete in der Zeitschrift Science Advances, dass ihre Finger mit Saugnäpfen und winzigen Laserscannern ausgestattet waren, die Entfernungen messen. Dadurch konnten Gegenstände verschiedenster Formen und Materialien im Wasser gefangen werden.

Auch wenn es bald wieder eine Fußball-WM geben wird, ein neues Pop-Orakel aus Oberhausen als Pauls Nachfolger wird es wohl nicht geben. Diese Aktion sei nicht geplant, sagte Sealife.

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