Zelenskyj bittet Indien um Unterstützung

Selenskyj wünschte Modi eine erfolgreiche G-20-Präsidentschaft und bat ihn auch, bei der Umsetzung einer „Friedensformel“ für die Ukraine zu helfen, sagte Selenskyj am Montag.

Im November legte er der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer einen Zehn-Punkte-Friedensplan zur Beendigung des Krieges vor. Auch Selenskyj schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Ich habe auch die humanitäre Hilfe und Unterstützung für die UN geschätzt.“

Hatte ein Telefonat mit @PMOIndia Narendra Modi und wünschte ihm einen erfolgreichen Vorsitz der #G20. Auf dieser Plattform habe ich die Friedensformel angekündigt und zähle nun auf die Beteiligung Indiens an ihrer Umsetzung. Ich schätze auch die humanitäre Hilfe und Unterstützung für die UNO.

– Wolodymyr Zelensky (@ZelenskyyUa) 26. Dezember 2022

Indien für „Dialog und Diplomatie“

Unterdessen sagte die indische Regierung, Modi habe seine Forderung nach einer sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten gegen Selenskyj wiederholt. Der indische Präsident forderte beide Seiten auf, zu Dialog und Diplomatie zurückzukehren.

Modi versprach auch Indiens Unterstützung für alle Friedensbemühungen, sagte die Regierung. Die Staatsoberhäupter erörterten auch Möglichkeiten zur Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit: „Der Premierminister skizzierte die Hauptprioritäten der indischen G-20-Präsidentschaft, einschließlich der Äußerung der Anliegen der Entwicklungsländer zu Themen wie Ernährungssicherheit und Energie“.

Reuters/Sputnik/Sergey Bobylev Modi und Putin bei einem Treffen im September

Entfernung von Russland?

Indien war in dem Konflikt lange Zeit neutral, hat Moskau also nicht offen für den Krieg kritisiert. Das Land gilt teilweise als Nutznießer der Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die sich beispielsweise in den wirtschaftlichen Energiepreisen widerspiegeln. Der indische Außenminister erklärte beispielsweise, dass Indien als weltweit drittgrößter Öl- und Gasverbraucher mit niedrigem Einkommensniveau seine eigenen Interessen wahren müsse und bezeichnete Russland als „einen stabilen und bewährten Partner“.

Debatte

Ukrainekrieg: Was erwartet uns 2023?

In den letzten Monaten haben internationale Beobachter jedoch eine Distanzierung von Russland und eine stärkere Ausrichtung auf den Westen festgestellt. Im August stimmte Indien zum ersten Mal in der Ukraine-Frage gegen Russland und beantragte eine Einladung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, per Video vor dem UN-Sicherheitsrat zu sprechen.

Im September sagte Modi bei einem Treffen mit Putin, dass jetzt „nicht die Zeit für Krieg“ sei. Anfang Dezember schloss Modi sogar komplett aus, Putin in diesem Jahr noch einmal zu treffen. Als Grund nannte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider Putins kaum verhüllte Drohung, Atomwaffen im Krieg gegen die Ukraine einzusetzen.

Kreml: Putin plant noch in diesem Jahr Gespräche mit Xi

Unterdessen will Putin laut Kreml noch Anfang dieses Jahres mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sprechen. “Tatsächlich wird ein solcher Kontakt vorbereitet”, bestätigte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut der Nachrichtenagentur Interfax am Montag. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern gelten trotz des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine als gut.

Im Gegensatz zu den Gesprächen mit Xi sucht der Kreml nach eigenen Angaben keinen Kontakt zum Westen. Peskow bestritt, dass in den kommenden Tagen ein Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron geplant sei. Auch an den US-Präsidenten Joe Biden werde es keine Neujahrsgrüße geben, versicherte Putins Sprecher.

Xi und Putin trafen sich zuletzt im September persönlich am Rande des Gipfels der Shanghai Cooperation Organization in Samarkand, Usbekistan. Das chinesische Staatsoberhaupt empfing in der vergangenen Woche auch Putins Vorgänger Dmitri Medwedew in Peking. China hat sich offiziell für eine diplomatische Lösung des Krieges in der Ukraine ausgesprochen, ihn aber nicht verurteilt und sich den westlichen Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen.

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