WM 2022: Marokko wechselt Torhüter nach Hymne

Marokkos Schlussmann „Bono“ musste kurzfristig gegen Belgien gehen. Foto: imago / uk sports

WM 2022

So eine Veränderung sieht man selten. Yassine „Bono“ Bounou, der Torhüter von Marokko, wärmte sich vor dem Spiel gegen Belgien auf, ging zurück in die Umkleidekabine, ging mit seiner Mannschaft auf das Feld und stand auf dem Feld, um die Nationalhymne zu singen.

So weit, so normal. Doch nach der Hymne wurde es hektisch. Kein Scherz – der Torhüter wurde vor dem Anpfiff “ausgetauscht”.

“Bono hat sich in der Schlussphase unseres ersten Spiels gegen Kroatien verletzt und zehn Minuten vor dem heutigen Spiel hatte er das Gefühl, dass etwas nicht stimmt”, sagte Marokkos Trainer Walid Regragui nach dem Spiel.

Daraufhin sei seine Nummer eins auf ihn zugekommen und habe ihn gebeten, kein Risiko einzugehen. “Und dann hat unser Ersatztorhüter einen tollen Job gemacht”, sagte der Trainer.

ZDF-Experte Hanno Balitsch bemerkte, dass Bounou beim Aufwärmen eine wilde Geste in Richtung Bank machte. Berichten zufolge litt er unter Schwindel, wollte es aber trotzdem versuchen. Nach der Hymne wurde die endgültige Entscheidung getroffen, nicht zu spielen.

Der eingewechselte Munir El Kajoui zeigte dann eine fehlerfreie Partie. Gleiches gilt für den Rest der Mannschaft: Die Marokkaner schlugen den Favoriten Belgien überraschend mit 2:0. Auch dank der souveränen Seite des Torwarts.

Im abschließenden Gruppenspiel gegen Kanada haben die Marokkaner nun erstmals seit 36 ​​Jahren wieder die Chance, das Achtelfinale einer WM zu erreichen. Ob Yassine Bounou ins Tor zurückkehren kann, ist noch nicht bekannt.

Unruhen in Brüssel nach dem Spiel

Als Marokko den Schocksieg feierte, brachen nach dem Spiel in Brüssel Unruhen aus. Die Polizei setzte 100 Einsatzkräfte und Wasserwerfer gegen Fans ein, die in der Innenstadt demonstrierten.

„Die Polizei hat bereits energisch eingegriffen. Ich rate daher allen Fans, nicht in die Innenstadt zu kommen“, twitterte Brüssels Bürgermeister Philippe Close.

Auf Anforderung der Polizei wurde der Nahverkehr in Brüssel teilweise eingestellt.

(mit dpa-Material)

Auch das öffentliche Fernsehen wird viele Spiele dieser WM live übertragen. Das ZDF übernahm die ersten drei Tage, die ARD übertrug am Mittwoch Deutschlands erstes Gruppenspiel gegen Japan. Am Donnerstag werden drei der vier Spieler noch einmal im ZDF übertragen, bevor der erste am Freitag wieder live übertragen wird.

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