WM 2022: Leon Goretzka kritisiert Katars WM-Botschafter: „Absolut inakzeptabel“

Sport Nach homophoben Äußerungen

“Menschenbild eines anderen Jahrtausends” – kritisiert Goretzka den Botschafter der WM von Katar

Ab: 15:22 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Leon Goretzka findet die Äußerungen von Katars WM-Botschafter “bedrückend”.

Quelle: pa/Alexander Schuhmann/aI/Schuhmann Alexander

Nationalspieler Leon Goretzka reagierte mit scharfer Kritik auf die homophoben Äußerungen eines WM-Botschafters aus Katar. Auch der Sportdirektor des FC Bayern hält den Vorfall für „inakzeptabel“. Ob sich dies auf die Zusammenarbeit mit Qatar Airways auswirkt, ist jedoch unklar.

Fußballnationalspieler Leon Goretzka und FC Bayern Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic haben homophobe Äußerungen eines WM-Botschafters aus Katar scharf kritisiert. „Ich muss sagen, es ist sehr beunruhigend. Das ist nur ein Menschenbild aus einem anderen Jahrtausend“, sagte Goretzka (27) nach dem 6:1-Sieg des FC Bayern bei Werder Bremen. „Dafür wollen wir nicht stehen und ein Zeichen setzen. Es ist absolut inakzeptabel, eine solche Aussage zu machen.”

Das betonte auch Salihamidzic. „Die Aussage ist einfach nicht akzeptabel“, sagte der Sportdirektor am Mittwochabend. Auslöser des Wirbelsturms waren die Äußerungen von Khalid Salman, der einer der offiziellen Botschafter des Turniers ist, das am 20. November in Katar beginnt. In einer ZDF-Dokumentation sagte er, Schwulsein sei verboten, weil es psychisch schädlich sei.

Auf die Frage, ob diese Äußerungen Einfluss auf die Kalkulation des FC Bayern zur Zusammenarbeit mit Qatar Airways haben könnten, zögerte Salihamidzic. „Dies ist die Aussage einer Person. Wir müssen natürlich darüber reden“, sagte er. “Aber das ist nur eine Person, und das ist inakzeptabel.”

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Die Sponsorenbeziehung zu Katar ist unter Bayern-Fans ein umstrittenes Thema. Die Verantwortlichen des Klubs hatten erklärt, nach der WM über eine Verlängerung der Zusammenarbeit bis Sommer 2023 entscheiden zu wollen. Während des Spiels gegen Bremen waren im Blog der Bayern-Fans Transparente aufgehängt worden, die die Äußerungen des WM-Botschafters aus Katar deutlich kritisierten .

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Als Reaktion auf die Äußerungen warnte Bundesjustizminister Marco Buschmann, dass katarische Fußballfans Sicherheitsgarantien einhalten sollten. Diese seien “wichtig und unerlässlich”, sagte der FDP-Politiker dem ZDF. „Wenn wir echte Völkerverständigung wollen, dann müssen alle Menschen so akzeptiert werden, wie sie sind, unabhängig von ihrem Geschlecht und wen sie lieben“, betonte Buschmann.

Freiheit und Würde seien wichtige Werte im Sport, sagt Buschmann

„Homosexualität ist keine Krankheit. Wer die Welt zu einem Sportfest einlädt, dürfte das längst erkannt haben“, sagte Buschmann. Die gleiche Freiheit und die gleiche Würde sind wichtige Werte im Sport. „Leider müssen wir feststellen, dass dies auch 2022 nicht selbstverständlich ist“, sagte Buschmann.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser sagte, sie habe eine “Sicherheitsgarantie” des Ministerpräsidenten mitgebracht, damit sich alle Fans während des Turniers vom 20. November bis 18. Dezember frei und ohne Angst bewegen können. „Jetzt habe ich keine neuen Hinweise von ihm, dass sich etwas geändert haben soll“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag.

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