Wien Energie: Bisher wurde noch kein Cent verbraucht

Strebl bestätigte gegenüber „ZIB2“, dass der Energieversorger, wie der „Kurier“ in seiner Donnerstagausgabe berichtet, 600 Millionen Euro aus dem Cash-Pooling der Muttergesellschaft Wiener Stadtwerke erhalten habe. Der Vorstandsvorsitzende von Wien Energie verteidigte, dass Berichte über die Börsengeschäfte des Unternehmens nicht öffentlich gemacht würden. Die Autoren der Studie hatten um Geheimhaltung gebeten, dabei ging es auch um Geschäftsgeheimnisse.

„Existenzbedrohung“ aus dem Kontext gerissen

Wien Energie zeigt sich erleichtert über die Studien von drei Prüfinstituten, die im Auftrag der Wiener Stadtwerke den Stromhandel von Wien Energie geprüft haben, obwohl es auch negative Elemente gab. Aus dem Zusammenhang gerissen wurde auch die Tatsache, dass von einer möglichen „existenziellen Bedrohung“ des Unternehmens berichtet wurde. Beim Handel an der Strombörse verfolgte Wien Energie jedenfalls eine „Low-Risk-Strategie“. „Wien Energie war nie insolvent“, betonte Strebl noch einmal, „handelt nach bestem Wissen und Gewissen.“

Interview mit Strebl, Chef von Wien Energie

Michael Strebl, Vorstandsvorsitzender von Wien Energie, erläutert im „ZIB 2“-Interview die Ursache aus Sicht des Unternehmens.

Strebl verteidigte, dass sie als Wettbewerber aktiver an der Börse gehandelt werde. Dies ist die “weniger riskante Option”. Allerdings seien die Strommärkte “voll durchgedreht”, sagte er noch einmal und betonte: “Es war ein perfekter Tsunami”.

Strebl war im „ZIB2“-Interview nicht damit einverstanden, dass Wien Energie seine Stromproduktion zunächst fast vollständig verkauft und dann zurückkauft. Es ist ein Kontoauszug zu einem bestimmten Datum. Überschüssig anfallender Strom wird an der Börse verkauft.

Speicher Wien ist zu 92% gefüllt.

Für die Wiener Privathaushalte gab es beruhigende Nachrichten: Die Gasversorgung sei gesichert, die Speicher seien zu 92 Prozent gefüllt, “das geht rechnerisch auf”, sagte Strebl. „Aus heutiger Sicht ist die Versorgung der Wiener gesichert“, erklärte der Geschäftsführer des Energieversorgers.

Hintergrund: Ende August wurde bekannt, dass sich Wien Energie laut Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) „in einer finanziellen Notlage“ befinde. Der Energieversorger brauche “dringend Unterstützung”. In den folgenden Tagen war von einem „Schutzschirm“ von bis zu zehn Milliarden Euro die Rede. Bund und Bundeshauptstadt haben sich am 31. August auf einen Kredit über zwei Milliarden geeinigt, der laut Strebl in “ZIB2” noch nicht in Anspruch genommen wurde.

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