Die Konjunkturumfrage des WIFO zeigt: Trotz aktuell gut gefüllter Auftragsbücher sind die Erwartungen skeptisch
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„Der aktuelle Werbeklimaindex bleibt mit 19 Punkten positiv, aber die Energiekrise und der Krieg in der Ukraine lassen die Unternehmen zunehmend skeptisch in die Zukunft blicken“, sagt Ronald Fenk, Leiter der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Burgenland. Wirtschaftskammer, kommentierte die aktuellen Ergebnisse der Wirtschaftstests des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO). Fenk: „Die Unsicherheiten und Belastungen, die derzeit sowohl Haushalte als auch Unternehmen treffen, machen sich schnell in der Werbebranche bemerkbar, die eine Art ‚Seismograph der Volkswirtschaft‘ ist.“
Nachfrage leicht rückläufig
Die Unternehmen sahen sich in den vergangenen Monaten mit einer leicht rückläufigen, aber immer noch positiven Nachfrageentwicklung konfrontiert. Etwa 34 Prozent berichteten von einer Verbesserung der Nachfrage; 21 Prozent der Unternehmen sprechen von einer Verschlechterung der Nachfrage. Immerhin liegt die Nachfrage per saldo über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Im Vergleich zu unseren Nachbarländern Deutschland und Italien fällt die Nachfragebeurteilung in Österreich trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorquartal positiver aus und liegt über dem europäischen Durchschnitt.
Allerdings sind die Aussichten für die kommenden Monate trübe: Negative Nachfrageerwartungen überwiegen.
Der Indikator zur aktuellen Geschäftslage fällt mit unter 9 Punkten per Saldo negativ aus: Während 13 Prozent der Befragten eine überdurchschnittlich gute Geschäftslage für die Saison angeben, geben 22 Prozent der Unternehmen eine überdurchschnittlich schlechte Geschäftslage für die Saison an. Auch die Erwartungen an die künftige Geschäftslage sind überwiegend negativ.
Österreichs Wirtschaft stagniert im dritten Quartal
Laut aktueller Schnellschätzung des WIFO stagnierte die österreichische Wirtschaftsleistung im III. Quartal 2022 (–0,1 % gegenüber dem Vorquartal). Damit spiegelte sich die negative Stimmung, die sich bisher nur in den Geschäftserwartungen widerspiegelte, erstmals auch in den Konjunkturdaten wider. „Der Abschwung der internationalen Konjunktur und der Exportnachfrage wirkte sich negativ auf die Wertschöpfung in der energieintensiven Fertigung aus und die hohe Unsicherheit bremst die Investitionstätigkeit der Unternehmen“, sagt Agnes Kügler, Wirtschaftsexpertin des WIFO. Der Rückgang der Konjunkturerwartungen spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Unternehmensumfragen in der Werbebranche wider.
Der Arbeitskräftemangel treibt die Beschäftigungstrends weiter voran
In der Werbebranche geben 17 % an, dass der Arbeitskräftemangel ihre Geschäftstätigkeit behindert. Damit hat sich der Arbeitskräftemangel gegenüber dem Vorkrisenniveau zweifellos verschärft. Die Branche blickt mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. „Obwohl die Beschäftigungslage in der Werbe- und Marketingbranche grundsätzlich stabil ist, bleibt der Arbeitskräftemangel – gerade in einem zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld – ein wichtiges und herausforderndes Thema für Unternehmen“, betont Fenk abschließend.
© WKB Ronald Fenk, Präsident der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation