Werbeartikel bei Lidl vor Schluss – Kunden sind schuld

Der Discounter Lidl geht einen drastischen Schritt und reduziert sein Sortiment. Schuld sind sinkende Umsätze, Inflation und sinkende Kaufkraft.

Dortmund: Der Discounter Lidl ist bei seinen Kunden nicht nur wegen günstiger Lebensmittel beliebt. Im sogenannten Non-Food-Bereich gibt es immer wieder echte Schnäppchen. Dazu gehören alle Arten von Produkten, vom Schlafanzug über Werkzeuge bis hin zu hochpreisiger Elektronik. Aber dieses Angebot schrumpft jetzt deutlich.

DiscounterLidlSeu NeckarsulmGegründet 1932, Deutschland

Lidl reduziert Werbeartikel „drastisch“, weil die Kunden keine Kauflaune haben

Laut Lebensmittel Zeitung (LZ) haben Manager in 30 Lidl-Ländern ihre Bestellungen für Non-Food-Produkte für 2023 aufgegeben; Experten zufolge sollen sie „drastisch niedriger“ ausfallen als erwartet. Im nächsten Jahr wird das Lidl-Sortiment an beliebten Stützgurttischen schlanker.

Im Non-Food-Bereich von Lidl konnten Kunden oft Schnäppchen machen, doch die Fläche schrumpft.

© Kristjan Teedema/Imago

Grund für die Neugestaltung des Sortiments sind Umsatzeinbußen, geringere Kaufkraft der Kunden und logistische Probleme. Ein Lidl-Manager sagt gegenüber LZ, dass sich die Inflation überproportional auf Discountkunden auswirke. Eine Verbesserung der Kauflaune ist in den nächsten sechs bis zwölf Monaten nicht zu erwarten.

Derzeit machen Non-Food-Produkte in allen Ländern nur zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das Ziel sind eigentlich 15 Prozent. In Deutschland soll der gesamte Warenumsatz sogar unter zehn Prozent liegen.

Die Discounter Aldi und Lidl kämpfen mit Werbeartikeln im Non-Food-Bereich

Angesichts steigender Energiepreise macht sich Lidl laut Zeitung vor allem Sorgen um die Kaufkraft der Kunden. Wo anfangs die Produktverfügbarkeit ein Thema war, müssen nun die Kunden auf ihr Geld achten. Auch Rewe und Edeka müssen angesichts neuer Herausforderungen ein Angebot einschränken.

„Alles über 20 Euro wird drastisch reduziert“, sagt ein Discount-Manager der LZ. Und Lidl ist mit diesem Problem nicht allein, auch Aldi hat mit seinen Non-Food-Produkten zu kämpfen. Laut LZ-Recherchen sank der Umsatzanteil auf unter 20 Prozent. Der Discounter will auf aktuelle Entwicklungen reagieren, denn die Situation erfordert mehr Flexibilität. Ob Aldi auch den Non-Food-Bereich deutlich reduzieren wird, ist nicht bekannt.

Rubrikenverzeichnis: © Michael Gstettenbauer/Imago

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