Wächter Büsi: Die Tierärzte stoßen auf eine völlig überforderte Frau

Im vorliegenden Fall haben wir es offensichtlich mit dem sogenannten Horten von Tieren zu tun: einem Krankheitsbild, bei dem Menschen viele Tiere haben, sich aber nicht mehr richtig um sie kümmern können. Es fehlt an Platz, Futter, Hygiene und tierärztlicher Versorgung. „Diese Halter können ihre eigene prekäre Situation nicht erkennen und versuchen stattdessen zwanghaft, weitere Tiere aufzunehmen, obwohl sie mit den aktuellen Zahlen bereits verzweifelt überfordert sind“, erklärt Esther Geisser, Präsidentin der Tierschutzorganisation Netap. Weil es an Verständnis mangelt, sind sie nicht offen für Lösungen, zum Beispiel in Form der Abgabe oder Kastration von Tieren.

Tierhorter haben selten böse Absichten, sondern eher eine verzerrte Wahrnehmung. „In der Regel sind es die Menschen, die Tiere lieben, die davon überzeugt sind, dass es den Tieren gut geht“, sagt Geisser. Hinter der Sucht, Tiere zu sammeln, steckt fast ausnahmslos ein trauriges menschliches Schicksal. „Oft sind alte Menschen betroffen, die unter Einsamkeit leiden und keine Arbeit mehr haben.“ Sie füllen die geistige Leere mit Hingabe an Tiere. Es sei wichtig, vernachlässigte Tiere von überforderten Besitzern zu entfernen und ihnen eine neue Pflege zu geben, sagt die Tierschützerin. Aber wir dürfen die Menschen dahinter nicht vergessen. “Sie brauchen psychologische Unterstützung, damit sie wieder auf die Beine kommen und nicht in ein totales Loch fallen.”

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *