Viren im Herbst 2022: Sie verursachen Husten und Schnupfen

Wer derzeit mit Husten, Schnupfen oder Fieber im Bett liegt, hat nicht automatisch Corona – auch andere Viren breiten sich im Herbst aus. Ein Überblick.

Halsschmerzen, verstopfte Nase oder hustende Nachbarn im Bus – seit der Corona-Pandemie schenken die Menschen diesen Symptomen besondere Aufmerksamkeit. Es muss aber keine Coronavirus-Infektion sein. Auch andere Viren kursieren in diesem Herbst. Die Bundesregierung vermutet sogar, dass andere Atemwegsinfektionen als Corona in diesem Herbst stärker als sonst zurückkehren werden, da die Schutzmaßnahmen gegen Corona schwächer sind als in den Vorjahren. Und das Robert-Koch-Institut (RKI) warnte Anfang November vor vier weiteren Viren, die über das Coronavirus hinaus die Herbst- und Wintersaison prägen könnten. In diesem Artikel finden Sie einen Überblick über die Verbreitung, Gefahren und Symptome der Viren, die Krankheiten verursachen, dass die Hauptsaison näher rückt.

Viren im Herbst 2022: Rhinovirus

Beschreibung: Rhinoviren sind wie das SarsCov2-Virus RNA-Viren. Sein Genom besteht aus Ribonukleinsäure, einem Makromolekül, das eine entscheidende Rolle bei der Proteinproduktion spielt. Derzeit sind mehr als 150 verschiedene Arten von Rhinoviren bekannt.

Verbreitung: Rhinoviren werden hauptsächlich über kontaminierte Hände und Oberflächen wie Türklinken übertragen. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) befallen Krankheitserreger die Schleimhäute von Nase und Rachen. Laut dem medizinischen Lehrbuch „MSD Manual“ verursachen Rhinoviren etwa die Hälfte aller grippalen Infekte. Rhinoviren gehören laut RKI neben Sars-CoV-2 zu den überwiegenden Viren, die zum Beispiel zu Hausarztbesuchen führen.

Symptome und Behandlung: Erkrankte leiden unter typischen Erkältungssymptomen. Niedrig:

  • Halsschmerzen
  • Du schnupperst
  • Husten
  • Nießen
  • Kopfschmerzen
  • Körperschmerzen
  • Fieber

Die Symptome halten mehrere Tage an und sind besonders gefährlich für ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Komplikationen können jedoch auch bei körperlich fitten Erwachsenen auftreten. In seltenen Fällen lösen Rhinoviren zum Beispiel Asthma aus. Zur Vorbeugung und Behandlung von Rhinoviren schreibt das DZIF: „Weil es viele verschiedene Rhinoviren gibt und sie sich wie RNA-Viren allgemein häufig verändern, gibt es derzeit weder eine vorbeugende Impfung noch eine wirksame Behandlung.“

Viren im Herbst 2022: Influenzavirus

Beschreibung: Influenzaviren verursachen die echte Grippe. Auch hier gibt es zahlreiche Varianten. Als besonders relevant für den Menschen bezeichnet das RKI die saisonalen Influenza-A- und -B-Viren.

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Verbreitung: Influenzaviren sind weltweit verbreitet. In Deutschland sind sie vor allem für saisonale Grippewellen im Wintersemester ab Oktober verantwortlich. Das RKI misst die Grippeaktivität in Deutschland und verzeichnet im Januar oder Februar meist deutlich mehr Infektionen. Die Grippeepidemie dauert in der Regel drei bis vier Monate. Laut RKI sind schätzungsweise zwischen fünf und 20 Prozent der Bevölkerung infiziert.

Die Stärke von Grippewellen schwankt von Jahr zu Jahr stark. Durch die Schutzmaßnahmen der Corona sind die letzten beiden Grippewellen fast ausgeblieben; in diesem Jahr gibt es aber wieder mehr Infektionen, weil die Corona-Regeln weniger streng sind. Der RKI-Arbeitskreis Grip bietet auf einer eigenen Website Ratschläge, begründete Informationen und Erläuterungen zu aktuellen Entwicklungen.

Symptome und Behandlung: Influenza durch das Influenzavirus kann schwerwiegend oder tödlich sein, insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei gesunden Menschen sind schwere oder tödliche Verläufe jedoch eher selten. Laut RKI entwickelt etwa ein Drittel der Infizierten deutliche Symptome, ein Drittel zeigt mildere, einer Erkältung ähnliche Symptome, ein weiteres Drittel bleibt symptomlos. Diese Symptome beginnen in der Regel sehr plötzlich und dauern in der Regel fünf bis sieben Tage an:

  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • trockener Husten
  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen

Zum Schutz vor einem schweren Grippeverlauf gibt es eine jährliche Grippeschutzimpfung. Dies wird von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen. Das RKI stellt zudem ausführliche Informationen mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grippeschutzimpfung zur Verfügung.

Viren im Herbst 2022: Parainfluenzavirus

Beschreibung: Parainfluenzaviren gehören zur Familie der Paramyxoviren, erklärt das „MSD Manual“ der Medizin. Sie werden in die Typen 1, 2, 3 und 4 eingeteilt, wobei die Typen Erkrankungen unterschiedlichen Schweregrades verursachen.

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Videos: dpa

Verbreitung: Auch diese Viren werden weltweit verbreitet. Infektionen mit Parainfluenzaviren treten jedoch meist in Kindergärten, Kinderstationen und Schulen auf. Denn sie treten vor allem bei Kindern auf. Laut Lexikon der medizinischen Labordiagnostik liegt die Infektionsrate bei Kindern bis 10 Jahren bei 90 Prozent. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt.

Symptome und Behandlung: Die Viren lösen grippeähnliche Symptome aus, daher der Name Parainfluenza. Bei schwerem Verlauf kann es zu einer Lungenentzündung und der Pseudokruppkrankheit kommen. Das beginnt mit den üblichen Symptomen einer Erkältung. Später entwickeln sich Fieber, bellender Husten, Heiserkeit und hörbares Keuchen. Die Behandlung der Parainfluenza ähnelt der Behandlung der Grippe. Die meisten Patienten erholen sich innerhalb einer Woche.

Herbst 2022 Viren: Respiratory Syncytial Virus (RSV)

Beschreibung: Respiratory-Syncytial-Viren (RSV) gehören wie Parainfluenzaviren und die Erreger von Masern oder Mumps zu den Paramyxoviren.

Verbreitung: RSV befällt laut Universitätsklinikum Heidelberg die Schleimhäute der Atemwege. RSV-Infektionen treten auch in saisonalen Wellen auf, die in Deutschland meist im Oktober beginnen. In den letzten zwei Jahren wurden jedoch Infektionswellen wie bei der Grippe durch Corona-Maßnahmen fast vollständig verhindert. In diesem Jahr erwartet das RKI jedoch eine Rücklaufwelle. RSV-Infektionen können jeden treffen, unabhängig vom Alter. Laut Lungeninformationsdienst des Deutschen Lungenforschungszentrums treten RS-Virus-Infektionen jedoch am häufigsten in den ersten zwei Lebensjahren auf. Typischerweise sind 60 bis 70 Prozent der Säuglinge und fast alle Kinder unter zwei Jahren mit RSV infiziert.

Symptome und Behandlung: Die Folgen einer RSV-Erkrankung hängen davon ab, ob es sich um die Erstinfektion oder eine Folgeinfektion handelt, schreibt das RKI in seinem RSV-Leitfaden. Bei einer Primärinfektion können Babys eine Bronchitis oder Lungenentzündung entwickeln. Auch das RKI beschreibt in etwa fünf Prozent der Fälle ein „Keuchhusten-ähnliches Krankheitsbild“. Fieber ist häufig, wobei sich aus der Höhe und Dauer der Erkrankung nicht auf die Schwere der Erkrankung schließen lässt. Außerdem treten folgende Symptome auf:

  • Du schnupperst
  • Halsschmerzen
  • trockener Husten
  • Mittelohrentzündung
  • Keuchen und schweres Atmen
  • Trinkverweigerung und Erbrechen

Obwohl eine zweite Infektion für Kinder schwerwiegender sein kann als die erste, verwechseln Erwachsene RSV oft mit einer einfachen Erkältung. „Bei Erwachsenen werden RSV-Infektionen selten diagnostiziert, weil sie meist unkompliziert oder asymptomatisch verlaufen“, erklärt das Universitätsklinikum Heidelberg in einer vom RKI zitierten Broschüre.

Es gibt keine wirksame kausale Therapie für eine RSV-Infektion, daher gibt es keine Heilung für das Virus selbst, es können nur die Symptome behandelt werden. Eine Impfung gegen RSV ist laut RKI noch nicht zugelassen.

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