US-Präsident warnt vor „Armageddon“ Wie verheerend sind taktische Atomwaffen?

US-Präsident warnt vor „Armageddon“

Wie verheerend sind taktische Atomwaffen?

Die Warnung des Weißen Hauses hat die Welt alarmiert! Nachdem Russland mit dem Einsatz taktischer Atomwaffen gedroht hatte, sprach US-Präsident Joe Biden (79) von einer atomaren Eskalation („Armageddon“) und verglich die Situation mit der Kubakrise von 1962.

Das Weiße Haus stellte später klar, dass es keine Informationen über einen bevorstehenden Atomangriff Russlands habe, die Bidens Äußerungen veranlasst hätten. Doch die Unsicherheit hält an.

BILD am SONNTAG klärt die wichtigsten Fragen:

Ist die Kubakrise von 1962 mit der heutigen Situation vergleichbar?

Nein, sowjetische Atomwaffen waren seit 60 Jahren in Kuba stationiert, also waren die Vereinigten Staaten unter direkter nuklearer Bedrohung. Die Vereinigten Staaten ihrerseits hatten Atomwaffen in Europa und Asien mit einer Reichweite bis zur Sowjetunion stationiert. Damit standen sich die beiden Atommächte gegenüber.

Heute wird über Russlands Einsatz taktischer Nuklearwaffen in der Ukraine diskutiert. Das Land ist weder Atommacht noch NATO-Mitglied.

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Was sind überhaupt taktische Atomwaffen und wie könnten sie eingesetzt werden?

Taktische Atomwaffen haben eine geringere Wirkung als strategische, aber sie haben auch ein enormes Zerstörungspotential (größer als die Bombe auf Hiroshima im Jahr 1945). Russland könnte taktische Atomwaffen zunächst symbolisch in unbewohnten Gebieten oder auf hoher See, etwa dem Schwarzen Meer, zünden.

Der Kreml könnte auch Atomwaffen gegen ukrainische Truppen einsetzen und Lager versorgen. Wenn eine taktische Nuklearwaffe in einem besiedelten Gebiet explodiert, ist alles im Umkreis von einem Kilometer extrem verwundbar; je weiter entfernt die Gefahr deutlich abnimmt.

Entscheidet allein Putin, ob Russland Atomwaffen einsetzt?

Theoretisch braucht es die Zustimmung des Verteidigungsministers und des Stabschefs. Aber das russische Militär basiert sehr stark auf Hierarchie und Gehorsam, und Putin steht an der Spitze.

Putins Prestigeprojekt Burning Crimea Bridge ist eingestürzt

Was: Reuters, Twitter 08.10.2022

Wie steht es um Russlands Nukleararsenal und welche Bedrohung stellt es für die NATO dar?

Sicher ist, dass Russland über eine große Anzahl von Interkontinentalraketen mittlerer Reichweite und in Betrieb verfügt. Einige davon sind in der russischen Exklave Kaliningrad (zwischen Polen und Litauen) stationiert und erstrecken sich bis nach Westeuropa.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines taktischen Einsatzes von Atomwaffen durch Russland?

▶︎ Verteidigungsexperte Nico Lange (47) zu BILD am SONNTAG: „Putins nukleare Drohungen müssen ernst genommen werden. Deshalb haben die USA den Kreml auf sehr hoher Ebene darüber informiert, dass jeder Einsatz von Atomwaffen katastrophale Folgen für Russland haben wird.“ ” Lange spricht von einer “außerordentlich harten und umfassenden konventionellen Militärreaktion der USA und der Nato”.

Die Welt muss hoffen, dass Putin diese Drohung ernst nimmt.

Foto: BILD

Dieser Artikel stammt von BILD am SONNTAG. Das ePaper der gesamten Ausgabe ist verfügbar hier.

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