Zoff für ein Stück Stoff!
Beim Freundschaftsspiel zwischen Ungarn und Griechenland (2:1) trug der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban (59) 1918 einen Fanschal, der die Grenze seines Landes darstellte. Blöd nur: Das Territorium des ehemaligen Königreichs Ungarn umfasst auch Teile des heutigen Ukraine.
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Mit seinem Schal löste Orban einen Streit mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (44). Am Dienstag hat das Außenministerium in Kiew den ungarischen Botschafter vorgeladen. „Die Förderung revisionistischer Ideen in Ungarn trägt nicht zur Entwicklung der ukrainisch-ungarischen Beziehungen bei und entspricht nicht den Grundsätzen der Europapolitik“, schrieb ein Sprecher des Außenministeriums in Kiew mit ungewöhnlicher Deutlichkeit auf Facebook.
Auch in Rumänien, das früher zu großen Teilen zum ungarischen Königreich gehörte und immer noch eine große ungarischsprachige Minderheit beheimatet, fanden Politiker die Schal-Provokation überhaupt nicht lustig. „Unverantwortliches Verhalten von Viktor Orban, der heute mit einem Schal und einer Karte von Großungarn auftauchte. Es ist eine revisionistische Geste, die Orban auf die Seite Putins stellt, der ebenfalls davon träumt, die Grenzen zu ändern“, schrieb der Europaabgeordnete Alin Mituta auf Facebook.
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Die Beziehungen zwischen Budapest und Kiew sind seit langem durch Orbans kremlfreundliche Haltung belastet. Erst am Freitag hatte der ungarische Staatschef die neuen EU-Sanktionen gegen Russland als „Schritt in Richtung Krieg“ bezeichnet, sagt Orban, „indem wir zerstörerische Waffen liefern, ukrainische Soldaten auf unserem eigenen Territorium ausbilden und die Energie sanktionieren“.
In Kiew sollte man sich darüber nicht freuen… (nko)