Umzug der DÖW in das Otto-Wagner-Areal

Wissenschaft

Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) wird vom Alten Rathaus in der Innenstadt in das Otto-Wagner-Areal verlegt. Über den entsprechenden Antrag soll heute in der Kulturkommission des Wiener Gemeinderates entschieden werden.

06.12.2022 10.50

Ab heute, 10.50 Uhr online

Die Stadt will das Projekt mit ihrem 100-Jahr-Jubiläumsstipendium als eigenständiges Bundesland finanzieren. Der Umzug vom alten Rathaus, in dem die Einrichtung seit den 1960er Jahren ihren Sitz hat, auf das Gelände des Otto-Wagner-Krankenhauses auf der Baumgartnerhöhe in Penzing wird mit Platzmangel begründet. Ziel sei es, dort Recherche- und Archivbetrieb nach modernen Standards zu ermöglichen, berichtete “Der Standard” am Dienstag.

Klinik Penzing bis 2023 geschlossen

Das Klinikum Penzing wird 2032 komplett geschlossen und vom Standort weggezogen. Bis zum Sommer dieses Jahres war geplant, die Central European University (CEU) als Nachnutzung des Geländes zu beherbergen. Die Privatuniversität brach jedoch ab und sucht derzeit nach einer neuen Bleibe. Im Rathaus heißt es, Wien werde als Universitäts- und Forschungsstandort gesichert und ausgebaut.

Dunkle Vergangenheit des Otto-Wagner-Standorts

Der Umzug soll auch ein bewusster Schritt sein, sich mit der dunklen Geschichte des Otto-Wagner-Standorts auseinanderzusetzen. Denn der Antrag verweist auf die „historische Verantwortung“ des Areals. Während der NS-Zeit fungierte das Krankenhaus als Zentrum für sogenannte Euthanasie-Programme. In der „Kinderabteilung“ wurden 800 Kinder mit Krankheiten oder Behinderungen getötet, insgesamt starben 7.500 Patienten.

Um auf diese Geschichte aufmerksam zu machen, veranstaltet das DÖW eine Ausstellung im unteren Teil des Areals und bietet Führungen für Schulklassen an. Dieser Museumsbetrieb muss erhalten bleiben. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bezeichnete den Ort als „Bekenntnis, die Verbrechen des Nationalsozialismus in der Region nie zu vergessen und die Erinnerung daran zu bewahren“.

Jubiläumszuschuss für die Sanierung

Laut Antrag will die Stadt gemeinsam mit der Republik Österreich die notwendigen Mittel für die Sanierung und Adaptierung der neuen Unterkunft zu gleichen Teilen bereitstellen. Es werden keine konkreten Beträge genannt. Laut Antrag will die Stadt Wien den Jubiläumszuschuss verwenden, den Wien im vergangenen Jahr anlässlich der Abspaltung von Niederösterreich vor 100 Jahren vom Bund erhalten hat.

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