Der Krieg der Ukraine im Ausland
Selenskyj kritisiert die Arbeit von Bürgermeister Klitschko
Stand: 06:05 | Lesezeit: 2 Minuten
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko: „Nur ein Drittel hat noch Heizung“
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine geht trotz Kälte unvermindert weiter. Doch der Bürgermeister von Kiew gibt sich Hoffnung: „Ich glaube an die Ukraine als modernes, demokratisches und europäisches Land“, sagt Vitali Klitschko im exklusiven WELT-Interview mit Tatjana Ohm.
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Die Kriegsschäden in der Ukraine nehmen innenpolitische Dimensionen an: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der Kiewer Stadtverwaltung vorgeworfen, nicht genügend Wärmeräume eingerichtet zu haben. Er vermied es jedoch, Vitali Klitschko zu nennen. Mehr im Liveticker.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Arbeit der Kiewer Stadtverwaltung zur Behebung der Schäden nach massiven russischen Angriffen auf die Energieversorgung kritisiert. „Heute Nacht sind 600.000 Abonnenten in der Stadt abgeschaltet“, sagte Zelenskyj am späten Freitag in seiner Videoansprache. “Viele Bürger Kiews waren mehr als 20 oder sogar 30 Stunden ohne Strom.” Vom Bürgermeisteramt erwartet er gute Arbeit.
Der Präsident hat den Bürgermeister Vitali Klitschko nicht ernannt. Besonders ärgere ihn, dass es in der Drei-Millionen-Hauptstadt weniger Wärmeräume als nötig gebe. Klitschko hatte am Morgen berichtet, dass 400 solcher Anlaufstellen geschaffen worden seien. Bei Stromausfällen von mehr als einem Tag sollen sich die Bürger aufwärmen können; es sollte Strom, Wasser, Erste Hilfe und Internet geben.
„Leider haben die lokalen Behörden nicht in allen Städten gute Arbeit geleistet“, sagte Selenskyj. “Insbesondere in Kiew gibt es zahlreiche Beschwerden.” Tatsächlich sind nur in den Zivilschutzgebäuden und im Bahnhof Wärmeräume in Betrieb. “In anderen Bereichen ist nicht zuletzt noch Arbeit zu leisten”, sagte der Präsident. “Die Einwohner von Kiew brauchen mehr Schutz.”
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Im ganzen Land seien noch immer sechs Millionen Verbrauchsstellen ohne Strom, sagte Zelenskyj. Am Mittwochabend nach dem russischen Angriff waren es zwölf Millionen Verbrauchsstellen. Er warnte die Menschen, auch bei Licht genügsam zu sein. „Wenn es Strom gibt, bedeutet das nicht, dass mehrere leistungsstarke elektrische Geräte gleichzeitig eingeschaltet werden können.“ Jeden Abend kommt es zu Verbrauchsspitzen, die wiederum zu neuen Stromausfällen führen.
Selenskyj und Klitschko stellten ihren politischen Wettbewerb während des Krieges ein. Aber es geht weiter, wie die Aussagen des Präsidenten zeigen.