Übernahme platzt Musk will Twitter nicht mehr kaufen

Stand: 09.07.2022 00:23

Seit Wochen ist klar: Tech-Milliardär Elon Musk rudert beim Twitter-Kauf zurück. Seine Anwälte verweisen auf angeblich unvollständige Angaben zur Zahl der Fake-Accounts bei dem Online-Dienst.

Der Technologie-Milliardär Elon Musk hat seinen Deal zum Kauf von Twitter gekündigt. Als Grund verwiesen seine Anwälte laut einer Mitteilung der US-Börsenaufsichtsbehörde auf angeblich unzureichende Informationen über die Zahl der Fake-Konten.

Twitter kündigte umgehend an, den Ausstieg aus dem Übernahmevertrag nicht hinnehmen zu wollen. Man wolle den Verkauf zum mit Musk vereinbarten Preis durchsetzen und dafür auch vor Gericht ziehen, schrieb Vorstandschef Bret Taylor auf Twitter.

Musk hatte Twitter-Zahlen wochenlang öffentlich hinterfragt, was Beobachter als Versuch interpretierten, den Kurs zumindest nach unten zu drücken. Die Twitter-Aktien fielen nach der Ankündigung im Betrieb außerhalb der Geschäftszeiten um mehr als 6 Prozent.

Ein langer Rechtsstreit steht bevor

Musk versucht seit Mitte Mai, die angeblich falschen Schätzungen von Twitter über die Zahl der Spam- und Fake-Accounts zu entkräften. Daher hat sie den Kaufvertrag bereits für suspendiert erklärt. Musks Anwälte sagten, Twitter habe Musk und seinen Beratern fast zwei Monate lang nicht die Daten zur Verfügung gestellt, die sie brauchten, um die falschen Informationen des Kontos zu überprüfen. Sie bezeichnen es als so schwerwiegenden Vertragsbruch, dass der Kaufvertrag gekündigt werden könnte.

Doch Musk sollte nicht so einfach abheben: Es droht ein langer Rechtsstreit. Er und Twitter haben sich auf eine Geldstrafe von 1 Milliarde US-Dollar geeinigt, falls eine der Parteien aus dem Deal aussteigt. Doch wenn Twitter auf dem Antrag besteht, dürfte es für Musk juristisch noch schwierig werden. Das Unternehmen hatte mehrfach betont, die Vereinbarung durchsetzen zu wollen.

Musk bot den Aktionären 54,20 Dollar je Aktie. Das wäre ein gutes Geschäft für sie: Schon vor Musks Ankündigung am Freitag kostete die Zeitung nur 36,81 Dollar US-Handel. Beobachter hatten spekuliert, Musk sei angesichts des Preisunterschieds nicht mehr bereit, an dem ursprünglichen Angebot festzuhalten.

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