Trotz Waffenstillstand kommt es erneut zu Kämpfen um Berg-Karabach

Trotz des Waffenstillstands flammen die Auseinandersetzungen um Berg-Karabach erneut auf

08.03.2022 22:34

In der Konfliktregion Berg-Karabach soll die Lage zwischen Armenien und Aserbaidschan erneut eskalieren. Beide Länder melden getötete Soldaten. Dabei sollen Drohnen eingesetzt worden sein.

Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken des Südkaukasus, Armenien und Aserbaidschan, um die Region Berg-Karabach sind erneut aufgeflammt. Heute meldete die aserbaidschanische Armee die Eroberung mehrerer Bergketten in der Region und den Tod armenischer Kämpfer. Armenien warf dem Nachbarn vor, den seit Ende 2020 geltenden Waffenstillstand verletzt zu haben. Die armenische Seite räumte den Verlust von einem Toten und acht Verwundeten ein. Die Soldaten sollen bei einem Drohnenangriff getötet worden sein.

Aserbaidschan meldete auch den Verlust eines eigenen Soldaten. Dieser wurde aus dem Gebiet abgefeuert, in dem die russischen Friedenstruppen stationiert sind, die den Waffenstillstand überwachen sollen. Das russische Verteidigungsministerium wiederum warf Baku vor, gegen den Waffenstillstand zu verstoßen. Die Nachrichtenagentur Interfax berichtete, dass sich die Lage in den von russischen Truppen im Rahmen eines Waffenstillstands kontrollierten Gebieten zunehmend anspanne.

Die überwiegend armenische Region Berg-Karabach wurde zu Sowjetzeiten zu Aserbaidschan hinzugefügt. Nach der Auflösung der Sowjetunion erklärte Berg-Karabach als „Republik Artsakh“ seine Unabhängigkeit von Baku und erhielt Unterstützung von Jerewan. Der Krieg endete 1994 vorläufig mit einem armenischen Sieg. International wurde die Unabhängigkeit der „Republik Artsakh“ jedoch nicht anerkannt. Im Jahr 2020 eroberte Aserbaidschan in einem Rachekrieg einen Großteil von Berg-Karabach zurück.

Als der von Russland vermittelte Waffenstillstand abgeschlossen wurde, musste Armenien große territoriale Zugeständnisse machen, seitdem kann Armenien Berg-Karabach nur noch über einen von russischen Friedenstruppen kontrollierten Korridor erreichen. Allerdings ist der Waffenstillstand seither mehrfach gebrochen.

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