Trendsonntag: Ampelkoalition ohne Mehrheit ein Jahr nach Amtsantritt

Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt hat die Ampelregierung deutlich an Zustimmung bei den Wählern verloren. Im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts INSA erreichen SPD, Grüne und FDP laut einem Vorbericht der “Bild am Sonntag” zusammen nur 44 Prozent.

Deutlicher verloren die Sozialdemokraten. Sie erreichen in dieser Woche 20 Prozent, das ist ein Prozentpunkt weniger als in der vergangenen Woche und sechs Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl 2021.

Die FDP bleibt bei sieben Prozent, fünf Punkte weniger als bei der Bundestagswahl. Die Grünen sind die einzige Regierungspartei, die an Boden gewinnt. Sie erreichen in dieser Woche 17 Prozent, einen Punkt weniger als in der Vorwoche, aber zwei Punkte mehr als bei der Bundestagswahl.

Die Unionsparteien sind mit 28 Prozent weiterhin am stärksten, die AfD bleibt bei 15 Prozent, die Linke bei fünf Prozent.

auch lesen

Unkonventioneller Vorschlag

Der Chef des CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Dobrindt hat die Ampelkoalition nach ihrem ersten Regierungsjahr scharf kritisiert. „Die Ampel hat noch kein gemeinsames Projekt entwickelt. Machterhalt ist der Kitt, der diese Regierung zusammenhält, statt Vernunft regiert Ideologie“, sagte Dobrindt gegenüber Bild am Sonntag bekommt eine glatte 5.”

Die aus SPD, Grünen und FDP gebildete Regierung hat vor knapp einem Jahr unter dem Motto „Weiter wagen“ ihre Arbeit aufgenommen, Olaf Scholz (SPD) wurde am 8. Dezember als Bundeskanzler vereidigt

auch lesen

Bezüglich der Energiepreisbremse sagte Dobrindt: „Es ist nicht alles schlecht, aber es fehlen einige Dinge soll sofort kommen, nicht rückwirkend ab März: “Sie brauchen Direktzahlungen als Vorschuss auf die Januar- und Februar-Entlastung, sonst stehen die Unternehmen still und die privaten Haushalte sind überschuldet.”

Die von der Ampelkoalition vorgesehene Gas- und Strompreisbremse soll die Folgen des starken Preisanstiegs für Haushalte und Unternehmen abfedern. Ein gewisser Verbrauch sollte staatlich subventioniert werden und es gelten aktuelle und hohe Marktpreise. Die Bremsen sollen ab März 2023 in Kraft treten, rückwirkende Lockerungen sind jedoch für Januar und Februar geplant.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 2. Dezember 2022 bei der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises

Quelle: dpa/Henning Kaiser

Bundeskanzler Olaf Scholz zog nach einem Jahr in der Ampelkoalition eine positive Bilanz der Regierungsarbeit, die allerdings von den Krisen überschattet wurde. „Natürlich war dieses Jahr vor allem von Russlands brutalem Krieg gegen die Ukraine geprägt“, sagte der SPD-Politiker in seiner wöchentlichen Videobotschaft.

Deshalb sei es richtig gewesen, die Ukraine finanziell, menschlich und auch mit Waffen zu unterstützen und die Bundeswehr besser auszustatten. Gleichzeitig seien die Aufgaben für den gesellschaftlichen Zusammenhalt “nicht vernachlässigt worden”.

auch lesen

Scholz hob unter anderem die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro, die Anhebung des Kindergeldes und die Ausweitung des Wohngeldes hervor. Auch die Bundesregierung hat sich der Aufgabe verschrieben, „dafür zu sorgen, dass Deutschland klimaneutral wirtschaften kann“. Aus diesem Grund wurde eine Reihe von Gesetzen zur Förderung erneuerbarer Energien verabschiedet. Um die Folgen des Versorgungskrieges abzumildern, wurden Flüssiggasterminals gebaut und Gasspeicher befüllt.

Unter dem Motto „Mehr Fortschritt wagen“ hat die aus SPD, Grünen und FDP gebildete Regierung vor knapp einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen. Scholz wurde am 8. Dezember als Bundeskanzler vereidigt. Nach anfänglichem Enthusiasmus kam es zu einer Krise zwischen den drei Parteien – vor allem von der FDP gab es nach ihrem schwachen Abschneiden bei der Landtagswahl Stimmen, die die Zusammenarbeit kritisieren. Um den Streit um den Weiterbetrieb der verbliebenen Atomkraftwerke zu schlichten, machte Scholz von seiner Führungskompetenz Gebrauch.

auch lesen

FDP-Chef Christian Lindner sagte dem Magazin „Focus“ im Rückblick auf die Anfänge der Partner der Ampel: „Die verschachtelten Krisen haben alle leicht überfallen.“ Auf die 200 Milliarden Euro zusätzlicher Schulden war er sicher nicht stolz. „Aber für die Preisbremse von Strom und Gas sind sie notwendig. Sonst würden wir das gefährden, wofür dieses Land jahrzehntelang gearbeitet hat.“ Er ist ehrgeizig, „dass wir am Ende meiner Amtszeit als Finanzminister in Sachen Staatsverschuldung viel besser dastehen als heute“.

Der FDP-Chef betonte: „Wir tun alles, um unser Land gut durch die Krise zu führen und unsere Modernisierungsvorhaben umzusetzen. Ich bin davon überzeugt, dass der Erfolg der FDP das Ergebnis des Erzielens von Ergebnissen ist.“ Er nannte etwa die geplante gemeinsame Rente, digitale Verwaltung, mehr Raum für Bürgerrechte und Selbstbestimmung und eine Stärkung der Wirtschaft.

Hier können Sie sich unsere WELT-Podcasts anhören

Zur Anzeige eingebetteter Inhalte ist Ihre widerrufliche Einwilligung zur Übermittlung und Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter eine solche Einwilligung benötigen. [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem Sie den Schalter auf „on“ stellen, erklären Sie sich damit einverstanden (jederzeit widerrufbar). Dies umfasst auch Ihre Zustimmung zur Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten an Drittländer, einschließlich der USA, gemäß Artikel 49 (1) (a) der DSGVO. Hier finden Sie weitere Informationen dazu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über den Schalter und über den Datenschutz unten auf der Seite widerrufen.

„Kick-off Politics“ ist der tägliche News-Podcast der WELT. Das wichtigste Thema analysiert die WELT-Redaktion und die Termine des Tages. Abonnieren Sie den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music und mehr oder direkt über den RSS-Feed.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *