Trainingsmission: EU will tausende ukrainische Armeesoldaten ausbilden

Ausbildungseinsatz im Ausland

Die EU plant, Tausende ukrainische Armeesoldaten auszubilden

Stand: 09:29 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

“Ich habe in einer Woche gelernt, wie man Leopard fährt, schießt und trifft”

Viele Experten argumentieren, dass es einer langen Trainingszeit bedarf, um ukrainischen Soldaten den richtigen Umgang mit den Systemen beizubringen. “Völliger Quatsch”, sagt Ex-General Wittmann, der von seiner Zeit auf der Panzerschule in Münster berichtet.

WELT AM SONNTAG hat das interne Konzept einer EU-Ausbildungsmission zur Ausbildung von rund 15.000 ukrainischen Soldaten auf europäischem Boden erhalten. Außerdem will Brüssel weitere Milliarden für Waffenlieferungen bereitstellen. Deutschland kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Die EU will die Ukraine im Krieg gegen Russland noch stärker unterstützen. Nach Informationen von WELT AM SONNTAG haben sich die Mitgliedsstaaten nach erbittertem Streit darauf verständigt, in Kürze mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten in den Ländern der Europäischen Union zu beginnen. Das Mandat der Kommission beträgt zunächst zwei Jahre.

Die EU-Außenminister werden der Entscheidung bei ihrem Treffen Mitte Oktober in Luxemburg offiziell zustimmen. Bis zu 15.000 Ukrainer sollen im kommenden Winter trainieren, später könnte die Zahl noch deutlich steigen. In einem internen Schreiben vom September forderte Kiew die Bildung von bis zu neun Brigaden, die jeweils aus bis zu 5.000 Personen bestehen könnten.

Der EFF wird erhöht

Neben der geplanten Ausbildungsmission will die EU in den kommenden Monaten auch die Militärhilfe für die Ukraine massiv ausweiten. Der bisherige Finanztopf muss aufgestockt werden, die sogenannte European Peace Facility (EFF) um einen Betrag von 5,7 Milliarden Euro, mit dem sie neben der neuen Ausbildungsmission auch teilweise die Waffenlieferungen der Mitgliedsstaaten finanziert. wesentlich 2027 sind zehn bis zwölf Milliarden Euro im Gespräch. Beschlossen ist aber noch nichts. Bisher wurden 2,6 Milliarden Euro aus dem EFF für die militärische Unterstützung Kiews ausgegeben.

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Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar arbeitet EU-Diplomatenchef Josep Borrell unermüdlich an der Ausbildungsmission. Die Frage, wo die Trainingsschwerpunkte liegen sollen, blieb bis zuletzt offen. Mit allerlei Argumenten wies Berlin den Vorschlag des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) zurück, wegen der Nähe zur Ukraine ein zentrales Ausbildungslager in Polen einzurichten.

Neben kleineren Kursen in mehreren EU-Ländern wird es nun zwei operative Hauptquartiere geben, sagen hochrangige Diplomaten: eines in Polen und eines in Deutschland. In dem vertraulichen Beschluss des ersten Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees (PSK) der EU vom Freitag, der WELT AM SONNTAG vorliegt, heißt es: „Angesichts der Dringlichkeit der Forderungen der Ukraine müssen die entsprechenden Module und Strukturen schnell geschaffen werden.“

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Dem Beschluss zufolge wird in Polen ein multinationales Ausbildungskommando auf operativer Ebene eingerichtet. Dort müssen ukrainische Soldaten beispielsweise in der Abwehr von Cyber- und Massenvernichtungswaffen, im Sanitätsdienst, aber auch in Fragen der Luftverteidigung und des Artillerieeinsatzes ausgebildet werden.

Im zweiten Ausbildungskommando (Sonderausbildungskommando) dürfte Deutschland Diplomaten zufolge in größerem Umfang spezielle Ausbildungseinheiten wie Minenräumung oder taktische Ausbildung anbieten.

Die Ausbildungsmission, die offiziell „European Union Military Support Mission for Ukraine“ (EUMAMUA) heißt, soll die bisherigen Ausbildungseinheiten einzelner EU-Staaten für ukrainische Soldaten um zusätzliche Angebote ergänzen und die Ausbildung insgesamt besser zwischen den Ländern koordinieren. .

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Ziel der Ausbildung ist laut dem internen Krisenmanagementkonzept des Europäischen Auswärtigen Dienstes, „dass die Ukraine befähigt wird, eigenständig Kampfhandlungen zur Verteidigung der territorialen Integrität und Souveränität durchzuführen“.

Beim Konzept des Krisenmanagements räumen EU-Diplomaten ein, dass Moskaus Trainingsmission als “eskalierender Schritt” gewertet werden könnte. Gleichzeitig sagt er: „Der Erfolg der Gegenoffensive der ukrainischen Streitkräfte an mehreren Fronten ist ermutigend, markiert aber noch keinen Wendepunkt.“ Die derzeitige internationale Unterstützung für die Ukraine sei unzureichend und „der Bedarf der Ukraine übersteigt den derzeitigen Bedarf“. Fähigkeiten”.

Am Samstag hatte eine Explosion die Krimbrücke zwischen Russland und der von Moskau annektierten Schwarzmeerhalbinsel schwer beschädigt. Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Untersuchung angeordnet. Drei Menschen sollen gestorben sein. In der Ukraine wurde der Angriff mit Jubel aufgenommen. Die Internetzeitung „Ukrainska Pravda“ berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der ukrainische Geheimdienst SBU beteiligt sei. Moskau hatte die Angriffe auf die strategisch wichtige Brücke stets als rote Linie bezeichnet.

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