Auch wenn Menschen, die mit einem STEMI-Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert werden, die bestmögliche Versorgung erhalten, besteht das Risiko von Komplikationen oder Tod. In China hingegen wird seit mehr als 25 Jahren ein Medikament aus der traditionellen chinesischen Medizin, Tongxinluo, verwendet. Eine Studie vor über zehn Jahren deutete darauf hin, dass dies eine schützende Wirkung auf Herzmuskelzellen hat.
Professor Yuejin Yang vom Peking Union Medical College in Peking stellte auf der Jahrestagung der American Heart Association (AHA) Daten einer neuen, größeren Studie vor, die dies bestätigen: An der Studie nahmen fast 3.800 Patienten aus 124 Kliniken aus China teil, die ebenfalls a Scheinmedikament (Placebo) oder nahm Tongxinluo von Anfang an 12 Monate lang als übliche Behandlung ein. Signifikant bessere Ergebnisse wurden mit Tongxinluo sowohl nach 30 Tagen als auch nach einem Jahr beobachtet.
Die wichtigsten Ergebnisse waren, dass 30 Prozent weniger Herzinfarktpatienten starben und 65 Prozent weniger Herzinfarkte auftraten. Auch einige andere kardiovaskuläre Komplikationen traten signifikant seltener auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden in beiden Gruppen etwa gleich häufig beobachtet, sodass davon ausgegangen werden kann, dass diese nicht durch das pflanzliche Arzneimittel verursacht wurden.
Da das Medikament bisher nur in China eingesetzt und getestet wurde, müssen weitere Studien zeigen, ob es in anderen Bevölkerungsgruppen genauso wirksam ist.
Was: DOI 10.1016/j.ahj.2020.06.011