Texte und Schriftarten: was bei der Verwendung für REAs zu beachten ist

Texte sind urheberrechtlich geschützte Werke, wenn sie persönliche geistige Schöpfungen sind. Es kommt auf die sogenannte Schöpfungsebene an, also ob ein Text individuelle und gestalterische Merkmale des Erstellers aufweist. Die Gerichte setzen die Schwelle für die eher geringe Kreativität der Texte. In der Regel sind nicht nur literarische Aufsätze oder längere Berichte urheberrechtlich geschützt, sondern auch (kurze) Artikel und Textschnipsel.

Verwenden Sie die Texte offen, nicht so kompliziert

Wenn Sie selbst einen Text verfasst haben, sind Sie in der Regel der Urheberrechtsinhaber. Bei der Nutzung eigener Texte für Open Educational Resources (OER) kommt es vor allem darauf an, unter welcher Lizenz Sie Ihren eigenen Text veröffentlichen.

Steht ein Text unter einer freien Lizenz (meist einer Creative-Commons-Lizenz), kann er im Rahmen der Lizenzvorgaben für OER genutzt werden. Das bedeutet, dass der Text auf einer Website veröffentlicht oder in Drucksachen verwendet werden kann. Dabei ist besonders auf die Auflagen der Rechteinhaber zu achten: Beispielsweise kann eine restriktive Lizenz vorsehen, dass der Text nicht verändert oder für kommerzielle Zwecke verwendet werden darf.

Bei offenen Lizenzen, besonders geeignet für REAs, ist die nachträgliche Nutzung und Veränderung der Texte erlaubt. Dazu gehören die Lizenzen CC BY und CC BY-SA. In diesem Artikel wird erläutert, welche Creative Commons-Module verfügbar und für OER empfohlen werden und wie Lizenzinformationen genau angegeben werden.

Georg Fischer

Creative-Commons-Lizenzen zu verwenden und eigene Werke zur späteren Verwendung zu veröffentlichen, ist keine Hexerei, wenn Sie ein paar Grundregeln beachten. Dieser Text erklärt, welche Module in CC verfügbar sind (und für OER empfohlen werden) und wie Lizenzhinweise genau angegeben werden. Auch die rund 130 deutschsprachigen CC-FAQs bieten Hilfestellung zum Thema Creative Commons. “Monat

Textformat: möglichst einfach und wiederverwendbar

Wenn Sie digitale Texte für REAs verwenden, sind diese oft formatiert: Sie haben technische und gestalterische Vorgaben, wie sie auf dem Bildschirm oder in der gedruckten Arbeit erscheinen. Das Format beinhaltet die Schriftart und weitere Grafikeinstellungen wie Kursiv, Fett, unterstrichenspezielle oder gefleckte Absatzformate und Listenformate.

Wer (digitale) Texte selbst erstellt, sollte darauf achten, dass diese nicht zu viele Formatierungen enthalten und möglichst einfach gestaltet sind. Schließlich sollen REAs dazu dienen, Texte wiederzuverwenden, zu bearbeiten und neu zu kombinieren. Dies funktioniert am besten, wenn sie kein übermäßig detailliertes und komplexes Vorformat enthalten. Oft reicht es aus, wenn die Texte eine klare Struktur haben, beispielsweise durch Absätze und (Unter-)Titel.

Schriften können auch rechtlich geschützt werden – bitte beachten Sie die Lizenzbedingungen

Wer OER-Texte erstellen oder verwenden möchte, sollte auch an Schriftarten denken. Obwohl es auf den ersten Blick nicht offensichtlich erscheint, können Schriftarten auch rechtlich geschützt sein. Urheber und Inhaber von Schriftrechten sind häufig Schriftgestalter, sogenannte Fonts (Foundries) oder Vertriebsfirmen.

In der Rechtsprechung wird diskutiert, ob die Schriften als individuelles Kunstwerk, als (Teil eines) Computerprogramms, als Geschmacksmuster oder als eingetragene Marke Schutz genießen; es kommt auf den Einzelfall an. Das bedeutet, dass wie bei Fotos, Musik, Filmen oder Software eine Erlaubnis zur Verwendung von Schriftarten erforderlich ist. Inwieweit diese genutzt werden können, hängt von den jeweiligen Lizenzbedingungen ab.

Wenn Sie Microsoft Word verwenden (im Rahmen einer erworbenen Lizenz für das Programm), erhalten Sie eine große Anzahl vorinstallierter Schriftarten. Einige dieser Schriftarten wurden speziell für Microsoft erstellt, während andere Schriftarten vom Unternehmen selbst lizenziert und gekauft wurden. Was Sie mit Schriftarten tun können, hängt von der Schriftartlizenz ab. In seinen FAQs erklärt das Unternehmen jedoch, dass die Lizenzbedingungen der meisten Schriftarten eine kommerzielle Nutzung erlauben. Das heißt, wenn ich zum Beispiel eine Website gestalten möchte, kann ich viele der Microsoft-Fonts verwenden, auch wenn die Website kommerziellen Zwecken dient. Im Einzelfall kann es zu abweichenden Konkretisierungen der Lizenzbedingungen kommen, daher empfiehlt es sich, insbesondere bei kommerziellen Projekten, sicherheitshalber einen Blick in die Lizenzbedingungen zu werfen.

Technik: Formate, in denen Schriften gespeichert werden

Es gibt Schriftarten in verschiedenen Dateiformaten. Das Format hängt davon ab, woher die Schriftart stammt. Je nachdem, ob sie beispielsweise auf einem Laptop, Tablet oder auf (kleineren) Smartphone-Bildschirmen oder E-Book-Readern angezeigt wird, sollte eine Schrift in unterschiedlichen Varianten und Formaten verfügbar sein.

Gängige Schriftstandards heißen derzeit „True Type Fonts“ (TTF), „Open Type Fonts“ (OTF) und „Web Open Font Format“ (WOFF), sowie „PostScript (-Type-1)“. Die meisten Betriebssysteme unterstützen diese Schriftstandards.

Kostenlose Schriftarten und Open-Source-Schriftarten

Bei der Erstellung von OER kann es sinnvoll sein, auf eine (ebenfalls) Open Source zurückzugreifen. Dies erleichtert die Wiederverwendung und Bearbeitung von Texten. Es gibt mehrere Open Sources, aber nicht alle sind automatisch für OER geeignet.

Viele Websites bieten sogenannte „kostenlose Schriftarten“ an: Diese Schriftarten können normalerweise kostenlos verwendet werden, aber in den meisten Fällen nur für private, nicht kommerzielle Zwecke (wie zum Beispiel hier). Auch die Nutzungsbedingungen sind oft verwirrend. Dies kann zu Rechtsunsicherheiten für die Nutzer führen.

Andererseits ist es sicherer, Open-Source-Quellen zu verwenden, deren Lizenzen ähnlich wie Open-Source-Software geschrieben sind. Neben der „GNU General Public License“ (GPL), die auch für Open-Source-Software verwendet wird, eignet sich insbesondere die SIL Open Fonts License (OFL) für OER-Texte. Lassen Sie zu, dass Schriftarten verwendet, geteilt, bearbeitet und frei verteilt werden, solange die entsprechenden Lizenz- und Urheberrechtshinweise beigefügt sind. Die SIL OFL wird auch von der Free Software Foundation als „freie“ Lizenz anerkannt.

Die Anzeige der fünf Bedingungen der Open-Source-Lizenz: „Attribution, Notice, Equal Sharing, DerivativeRenaming, BundlingWhenSelling“

Suchen und wählen Sie Open-Source-Quellen aus

Eine der größten Sammlungen kostenloser Open-Source-Schriftarten finden Sie in Google Fonts. Die meisten der fast 1500 Schriftfamilien sind durch die SIL OFL offen lizenziert. Sie können sie daher für alle Zwecke nutzen, privat und gewerblich, für Webseiten oder Druck.

Google Fonts, Screenshot: iRights.info

Andere offene Schriftarten finden Sie auch in der Open Source Library, The League of Moveable Type und Fontsquirrel. Es ist immer wichtig, auf die angegebenen Lizenzbedingungen zu achten.

iRights.info informiert und erklärt alle Aspekte zum Thema „Urheberrecht und Kreativität in der digitalen Welt“.

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Hinweis: Diese Publikation ist Teil einer Kooperation zwischen iRights.info, Deutscher Bildungsserver und OERinfo. Wie bei früheren Kooperationen erscheint dieser Text auch als Querschnittsbotschaft für OERinfo und iRights.info.

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