Netzwerkkameras sind in einem Smart Home sehr nützlich. Entweder zur sicherheitstechnischen Überwachung oder für automatisierte Prozesse. Besonders praktisch sind auch kleine IP-Kameras. Also haben wir die Somikon DV-715.cube Mini-IP-Würfelkamera des bekannten Versandhändlers PEARL getestet.
Lieferumfang
Im Lieferumfang der PEARL Somikon DV-715.cube Kamera sind ein 80 cm langes Micro-USB-Kabel, ein Reset-Pin sowie eine deutsche und französische Schnellstartanleitung, GPL-Hinweise und ein kleiner Magnetfuß mit Kugelgelenk enthalten. An der Basis des Ständers ist ein doppelseitiges Klebeband von 3M angebracht.
Vollständige Anweisungen sind online bei PEARL im PDF-Format verfügbar.
Klein aber fein: PEARL Somikon Mini-IP-Cube-Kamera DV-715.cube. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud
Hardware und Eigenschaften
Die Somikon Mini IP Cam DV-715.cube von PEARL ist ein Würfel mit einer Kantenlänge von 33 mm und einem Gewicht von 52 Gramm. Das Kunststoffgehäuse ist schwarz und hat an drei Seiten Lüftungsgitter. An der Oberseite befindet sich eine Öffnung für den Reset-Knopf und eine für das Mikrofon.
Die Unterseite zeigt ein U-Symbol für die Magnethalterung. Auf der Rückseite befindet sich ein Ein-/Aus-Schieberegler, sowie der microUSB-Anschluss zum Aufladen des Akkus und ein microSD-Kartenslot. Es gibt auch zwei kleine Öffnungen, durch die Sie die Lade- und Status-LEDs sehen können.
Die linke LED blinkt oder leuchtet beim Laden rot. Wenn die Kamera über WLAN verbunden ist, leuchtet oder blinkt die LED grün. Die rechte LED leuchtet blau, wenn die Kamera in Betrieb ist.
Der eingebaute Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 800 m soll für 120 Minuten Aufnahmezeit ausreichen.
Im vorderen Teil befindet sich ein 120-Grad-Weitwinkelobjektiv mit einem Durchmesser von 8 mm. Dahinter steckt ein 1/4 Zoll CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, also 720p. Die Bildrate beträgt 15 fps und MP4-Dateien werden mit dem H.264-Codec komprimiert.
Darunter befindet sich ein PIR-Bewegungssensor und an den vier Ecken befinden sich Infrarot-LEDs. Dadurch erreicht die PEARL Somikon DV-715.cube Mini-Cube-IP-Kamera eine Nachtsicht mit einer Reichweite von bis zu 5 m.
Neben der lokalen Speicherung auf der microSD-Karte mit bis zu 128 GB werden Bild und Ton auch per WLAN übertragen. Allerdings verbindet sich die Kamera nach IEEE 802.11 a/b/g/n nur mit dem 2,4-GHz-Frequenzband.
Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud
Testdruck der Mini-Cube-IP-Kamera PEARL Somikon DV-715.cube
Zur Installation und Bedienung der IP-Spionagekamera kann die PEARL-eigene Anwendung namens ELESION per WLAN verbunden werden. Aber auch Smart.life und die Tuya-App können genutzt werden.
Alle diese Anwendungen sind im Prinzip gleich aufgebaut. Nach dem Hinzufügen der Kamera DV-715.cube zu Ihrem Smart Home per WLAN wird das Videobild direkt angezeigt. Auch Standbilder, hier Screenshots genannt, und Videoaufnahmen können in der App aufgenommen und abgespielt werden. Die Sprechtaste kann tatsächlich als Zwei-Wege-Audiofunktion verwendet werden. Allerdings hat die Würfelkamera keinen eingebauten Lautsprecher. Die Audiofunktion ist auch entsprechend in den Einstellungen hinterlegt.
Hier können Sie auch weitere Einstellungen vornehmen. Neben Erkennungsalarm und Energieverwaltung kann hier die Speicherkarte formatiert werden. Hier kann auch gewählt werden, ob die SD-Karte laufend überschrieben werden soll und ob ein Zeitplan gespeichert werden soll. Firmware-Updates können auch über die App eingespielt werden.
Ansonsten funktioniert alles andere einwandfrei. Die Kamera braucht bei einem Kaltstart ein paar Sekunden, bis sie in der App als online erkannt wird, aber das ist erträglich. Die Bewegungserkennung bis zu 10 Metern ist auch recht zuverlässig, vor allem in Anbetracht des kleinen PIR-Sensors.
Die vier IR-LEDs erhellen die Nacht unglaublich gut. Der Bereich vor der Kamera ist aus einer Entfernung von vier bis fünf Metern sichtbar, allerdings nur in Schwarz-Weiß. Das Bild ist auch nachts einigermaßen klar, obwohl 720p nicht gerade die beste Auflösung ist. Die Reichweite der WLAN-Verbindung ist akzeptabel, aber nicht überragend. Wenn ein Smartphone noch ein gutes Signal empfängt, ist die Kamera sofort offline. Die IP-Kamera muss ein deutlich stärkeres WLAN-Signal empfangen können.
Die Akkulaufzeit erreicht nicht immer 120 Minuten Aufnahmezeit, gerade weil der Akku auch im ausgeschalteten Zustand entladen wird und die WLAN-Verbindung ein großer Energiefaktor ist. Je näher am Router oder Access Point, desto länger hält die Minikamera.
Die Smart-Home-Funktionen sind auch nicht so interessant. Allerdings sind sie derzeit noch recht begrenzt. Sie können die Kamerabewegungserkennung nicht verwenden und die Aufnahme nicht automatisch starten. Lediglich die Batteriestandswarnung lässt sich automatisieren, was wenig Sinn macht. Wünschenswert wäre, wenn man die Aufnahme über einen externen Bewegungsmelder oder Fensterkontakt auslösen könnte. Vielleicht kommt das irgendwann.
Die App kündigt auch eine Desktop-Version der Management-App an. Es ist über den Browser verfügbar und kann unter aufgerufen werden. Dazu wird ein QR-Code angezeigt, der der Anwendung als Gerät hinzugefügt wird und somit die Anmeldung bestätigt. Leider funktioniert alles nur in Google Chrome und anderen Blink-basierten Browsern.
Preis und Fazit
Die praktische und kleine IP-Kamera PEARL Somikon mini DV-715.cube kostet bei PEARL EUR 32,99 bzw. CHF 39,95. erhältlich bei PEARL.
Alles in allem ist die kleine Kamera handlich und funktioniert erstaunlich gut. Die Bilder sind Tag und Nacht klar und erkennbar, obwohl 720p nicht das Ende der Geschichte ist. Leider ist die Smart-Home-Integration noch nicht wirklich vorhanden, und die WLAN-Verbindung ist etwas dürftig. Als IP-Kamera selbst funktioniert das Gadget jedoch sehr gut und alles ist einfach und intuitiv zu bedienen. Einfachheit hat natürlich ihren Preis: Man ist auf Chinas Tuya-Cloud angewiesen und kann sich kaum etwas aussuchen. Die Mini-Cube-IP-Kamera PEARL Somikon DV-715.cube kann nicht ohne App und Cloud verwendet werden.