Wirtschaft Streit um falsche Rechnungen
Elon Musk bricht Kauf auf Twitter ab
Stand: 04:38 | Lesezeit: 4 Minuten
Tesla-Chef Elon Musk droht allen Mitarbeitern, die von zu Hause aus arbeiten, mit der Entlassung
Im US-Bundesstaat Kalifornien sind die Kronenzahlen wieder gestiegen. Doch wer jetzt hofft, wieder ins Homeoffice zurückkehren zu können, wurde zurückgefahren, das gilt zumindest für Tesla-Mitarbeiter. Wer nicht ins Büro kommen wolle, könne sofort kündigen, sagt Tesla-Chef Elon Musk.
Der Technologie-Milliardär Elon Musk hat den Kaufvertrag für den Kurznachrichtendienst gekündigt. Doch damit sollte Musk nicht einfach davonkommen. Twitter reagierte umgehend mit einer klaren Ansage.
Der Technologie-Milliardär Elon Musk hat seinen Deal zum Kauf von Twitter gekündigt. Als Grund verwiesen seine Anwälte auf die angeblich unzureichenden Informationen über die Zahl der gefälschten Konten, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission. Musk hatte Twitter-Zahlen wochenlang öffentlich hinterfragt, was Beobachter als Versuch interpretierten, den Kurs zumindest nach unten zu drücken. Die Twitter-Aktien fielen nach der Ankündigung im Betrieb außerhalb der Geschäftszeiten um mehr als 6 Prozent.
Musk versucht seit Mitte Mai, die angeblich falschen Schätzungen von Twitter über die Zahl der Spam- und Fake-Accounts zu entkräften. Daher hat sie den Kaufvertrag bereits für suspendiert erklärt. Musks Anwälte sagten, Twitter habe Musk und seinen Beratern fast zwei Monate lang nicht die Daten zur Verfügung gestellt, die sie brauchten, um die falschen Informationen des Kontos zu überprüfen. Sie bezeichnen es als so schwerwiegenden Vertragsbruch, dass der Kaufvertrag gekündigt werden könnte.
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Doch Musk sollte nicht so einfach abheben: Es droht ein langer Rechtsstreit. Er und Twitter haben sich auf eine Geldstrafe von 1 Milliarde US-Dollar geeinigt, falls eine der Parteien aus dem Deal aussteigt.
In der Nacht zum Samstag gab Twitter bekannt, dass das Unternehmen Musk nicht aus dem Kaufvertrag für Online-Dienste ausschließen wolle. Man wolle den Verkauf zum mit Musk vereinbarten Preis ankurbeln und dafür auch vor Gericht gehen, schrieb Vorstandsvorsitzender Bret Taylor am Freitag auf Twitter.
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Musk bot den Twitter-Aktionären 54,20 Dollar je Aktie. Allerdings dümpelte der Kurs weit darunter, Freitag lag knapp unter 37 Dollar. Beobachter hatten seit Wochen vermutet, dass sie das Interesse an dem mehr als 44 Milliarden Dollar schweren Deal verloren und nach Gründen gesucht hätten, einen Rückzieher zu machen.
Musk bot den Aktionären 54,20 Dollar je Aktie. Das wäre ein gutes Geschäft für sie: Schon vor Musks Ankündigung am Freitag kostete die Zeitung nur 36,81 Dollar US-Handel. Beobachter hatten spekuliert, Musk sei angesichts des Preisunterschieds nicht mehr bereit, an dem ursprünglichen Angebot festzuhalten.
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Technologie-Milliardär Musk machte sein Angebot im April und das Twitter-Management nahm es an. Mitte Mai teilte Musk seinen mehr als 92 Millionen Twitter-Followern überraschend mit, dass die Übernahme auf Eis liege. Er begründete dies mit fehlenden Informationen über die Zahl der Spam- und Fake-Accounts auf Twitter. Musk bestätigte jedoch, dass er beabsichtigt, den Kauf fortzusetzen.
Twitter selbst hatte in der Vergangenheit damit zu kämpfen, dass der Dienst im Gegensatz zu Konkurrenten wie Facebook oder Google trotz stetig wachsender Nutzerzahlen und seiner Rolle im politischen Austausch keine Gewinne erwirtschaftete. Analysten hatten Mitte Mai spekuliert, dass auch Musk-Aktien Teil einer Strategie sein könnten, den Kaufpreis zu senken. Der Milliardär hatte sein Angebot abgegeben, als die meisten Technologiewerte an den Weltbörsen noch deutlich höher notierten als zuletzt.
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Musk hatte große Pläne für Twitter. Also hatte er angekündigt, das 16 Jahre alte Unternehmen von der Börse nehmen zu wollen. Gleichzeitig hatte er erklärt, er wolle Twitter zu einem Hort der Meinungsfreiheit machen und auch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump auf die Plattform zurückkehren lassen.
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Verbraucherschützer hatten Bedenken geäußert, dass unter Musks Twitter nur sehr wenig gegen Hassreden und Fehlinformationen unternommen werden könne. Musk wollte die Zahl der Twitter-Nutzer von etwa 229 Millionen auf eine Milliarde steigern. Es wurde jedoch versucht, die Zahl der Mitarbeiter von zuletzt 7.500 Mitarbeitern zu reduzieren. „Im Moment überwiegen die Kosten die Einnahmen“, sagte er. Wer für das Unternehmen relevant ist, hat jedoch nichts zu befürchten.
Man darf gespannt sein, ob Musk bei einem Abbruch der Übernahme die vereinbarte Strafe von einer Milliarde Dollar zahlen wird. Er könnte sich leisten: Das Magazin Forbes schätzte das Vermögen des US-Bürgers kürzlich auf 265 Milliarden Dollar. Damit ist er der reichste Mann der Welt.
Angesichts seines umfangreichen Unternehmensnetzwerks, zu dem neben Tesla auch SpaceX, Neuralink und The Boring Company gehören, hatten auch Tesla-Investoren Bedenken geäußert, Musk könne mit einer Übernahme von Twitter überwunden werden.