Terrorismus: Der Geheimdienst überwacht neue Gruppen

Veröffentlicht am 10. November 2022, 12:36

Sicherheitsbericht: Aufgrund der Terrorgefahr nimmt der Geheimdienst neue Gruppen ins Visier

Gemäss Nachrichtendienst hat sich die Sicherheitslage in der Schweiz verschlechtert und die Terrorgefahr bleibt hoch. Der NDB hat diese Gruppen auf seinem Radar.

gehen

Stefan Lanz

Daniel Graf

1/6

Die Gruppe „Junge Tat├“ wird seit einiger Zeit vom Geheimdienst beobachtet.

Tamedia/Raphael Moser

Fedpol hat am Mittwoch erstmals bestätigt, Massnahmen nach dem neuen Anti-Terror-Gesetz angeordnet zu haben.

20min/Matthias Spicher

Fedpol ordnete die Massnahmen auf Anfrage des Nachrichtendienstes an.

20min/Matthias Spicher

Das ist es, worum es geht

  • Gemäss dem neusten Sicherheitsbericht des Nachrichtendienstes des Bundes bleibt die Terrorgefahr in der Schweiz hoch.

  • Der Bericht listet bestimmte Gruppen auf, die eine terroristische Bedrohung darstellen könnten.

  • Auch politische Extremisten werden zu den terroristischen Bedrohungen gezählt.

  • Insbesondere Gegner von Bundeskronenmaßnahmen seien im gewalttätigen Extremismus aufgefallen.

Das ist es, worum es geht

Die Terrorgefahr in der Schweiz “steigt”, wie der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) am Mittwoch im sogenannten Sicherheitspolitischen Bericht mitteilte. Neben dem islamistisch motivierten Terror ist von einer relativ neuen Einschätzung zu sprechen.

Laut NDB könnte von dieser Personengruppe eine Gefahr ausgehen

Dschihadisten Die Bedrohung durch den Terrorismus werde weiterhin von der Dschihadistenbewegung geprägt, schreibt der Geheimdienst. Als bisher wichtigste Akteure nannte er Al Qaida und den Islamischen Staat. Beiden Gruppen ist es derzeit untersagt, Anschläge in Europa durchzuführen. Die Gefahr geht vor allem von dschihadistisch motivierten Einzeltätern aus. Es sind Angriffe im Stil der Frau, die in Lugano beinahe zwei Menschen enthauptet hätte und die für neun Jahre ins Gefängnis muss. Außerdem verweist der Nachrichtendienst auf den Anschlag in Oslo im Juni, bei dem ein Attentäter zwei Männer in einem Schwulenclub erschoss.

Politische Extremisten Anders als im letztjährigen Bericht sind diesmal auch politische Extremisten unter den terroristischen Bedrohungen zu finden. Der NDB verweist auf Beobachtungen in anderen europäischen Ländern, wo “links- oder rechtsextreme Gruppen Aktivitäten entwickelt haben, die in Richtung Terrorismus gehen”. In der Schweiz liege die Gewaltanwendung dieser Gruppen bisher unterhalb der Terrorschwelle, vereinzelt gebe es aber Anzeichen für eine Entwicklung hin zum Terrorismus, heisst es.

Ethnonationalisten Umfasst Organisationen wie die Hisbollah, die PKK und andere. Sie machen vor allem durch Propaganda, Indoktrination der Jugend und Geldsammlung auf sich aufmerksam.

Andere potenziell gefährliche Gruppen

Junge Tat Junge Tat wird im FIS-Bericht nicht explizit erwähnt, wird aber laut “Sonntagszeitung” schon länger beobachtet. In sozialen Netzwerken präsentieren sie sich als Naturliebhaber und Aktivisten. Für Experten hingegen ist klar: Die Junge Tat sind im Wesentlichen gewaltbereite Neonazis. Einige von ihnen haben Vorstrafen und Verbindungen zu alten Nazis.

Die Corona-Pandemie hat die Gefahr erhöht

Insbesondere die Gegner der Maßnahmen der Bundeskrone seien in gewalttätigem Extremismus aufgefallen, schreibt der Nachrichtendienst. Die Szene habe sich nach Aufhebung der Maßnahmen beruhigt, „bleibe aber aktiv“.

Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News mehr zum aktuellen Weltgeschehen. Holen Sie sich jeden Tag das Wichtigste kurz und prägnant direkt in Ihr Postfach.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *