Teilweise drohen weiterhin Dieselengpässe

Das Werk Schwechat ist derzeit nur zu 20 Prozent ausgelastet. Zuletzt wurde immer wieder berichtet, dass einzelne Tankstellen schließen oder einzelne Tankstellen einzelne Kraftstoffe wie Diesel vorübergehend nicht mehr anbieten können. „Alle Mineralunternehmen arbeiten daran, mögliche Treibstoffengpässe auszugleichen“, sagt Doloszeski. „Allerdings können wir zeitweise Engpässe nicht ausschließen.“

„Die Verfügbarkeit von Diesel ist derzeit begrenzt“, bedauert der Geschäftsführer von FVMI. „Im österreichischen Tankstellennetz kann es daher vereinzelt zu Lieferengpässen kommen. Grund dafür ist die hohe Nachfrage verbunden mit der Angebotsverknappung am Markt.“

Der gesamte europäische Kraftstoffmarkt ist angespannt. Neben den Problemen in Schwechat gibt es auch Produktionsausfälle bei anderen europäischen Raffinerien. Die Schwierigkeiten wurden zum Beispiel durch das Niedrigwasser des Rheins verursacht. Zudem waren in den vergangenen Monaten mehrere Raffinerien wegen geplanter Wartungsarbeiten, die wegen Corona verschoben wurden, nicht erreichbar.

Auf jeden Fall wurde die Produktpalette reduziert, weil die Importe aus Russland reduziert wurden. Viele Unternehmen steigen daher von Gas auf alternative Energieformen wie Heizöl um. Dieser Schritt wird auch mit öffentlichen Geldern unterstützt, um die Produktion aufrechtzuerhalten, wenn das Gas wirklich knapp wird.

„Außerdem gibt es seit Ende des Sommers eine steigende Nachfrage in Österreich aufgrund von teilweise eingeschränkten Absatzmengen und dem Auslaufen von Preisregulierungen in den Nachbarländern“, sagt Doloszeski. „Der im Juni eingeführte Tankrabatt gilt in Deutschland ab September 2022 nicht mehr.“

Generell ist Europa ein Diesel-Importmarkt. Und im „Dieselland“ Österreich wird mehr Diesel verbraucht als produziert. In Deutschland werden 59 Prozent des Bedarfs importiert, hauptsächlich aus Deutschland. Neben Niedrigwasser und Raffinerieausfällen gibt es laut Doloszeski auch logistische Probleme. Und: „Aufgrund der geopolitischen Lage und fehlender russischer Mengen ist auf dem europäischen Markt weniger Diesel verfügbar.“ Im Jahr 2021 erreichten nach vorläufigen Daten von Eurostat 30,9 Millionen Tonnen Diesel aus Russland Europa. Damit hat Russland einen Marktanteil von rund zehn Prozent, der verloren geht.

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