Monika Helfer wurde 1947 in Au im Bregenzerwald geboren. Sie wuchs in einem Behindertenheim bei Bludenz auf, wo ihr Vater, der im Krieg ein Bein verloren hatte, als Verwalter tätig war. Schon als Kind „lesesüchtig“, begann sie mit elf Jahren zu schreiben, als ihre Mutter starb.
Gleichzeitig mit dem Verlust ihrer Wohnung wurden die Kinder unter Verwandten aufgeteilt und sie lebte mit ihren Schwestern in beengten Verhältnissen bei einer Tante in Bregenz. Sie schrieb viel, sie wollte Vorarlberg verlassen und studieren, sie wollte “diejenige auf dem Buchrücken sein”. Stattdessen absolvierte er die Handelsschule, heiratete mit 19, zog in den Bregenzerwald und bekam zwei Kinder. Diese Zeit bezeichnete er stets als unglücklich, die Trennung folgte.
APA/dpa POOL/Sebastian Gollnow Monika Helfer mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Michael Köhlmeier
1981 Heirat mit Michael Köhlmeier
Im Alter von 30 Jahren veröffentlichte er sein Debüt Tatsächlich war ich im Schnee geboren (1977). Bei den „Randspielen“, einem Gegenfestival der Bregenzer Festspiele, lernte sie den Schriftsteller Michael Köhlmeier kennen, den sie 1981 heiratete. Sie hatten zwei gemeinsame Kinder: Lorenz Helfer ist Maler, Tochter Paula Köhlmeier verunglückte beim Malen beim Wandern 2003 ein tiefer und schmerzlicher Verlust, den Monika Helfer in ihrem 2010 erschienenen Roman Before I Could Sleep überwunden hat.
Großer Durchbruch mit über 70 Jahren
Sein Durchbruch kam spät, mit über 70: Wochenlang stand der Roman „Die Bagage“, der auf dem Leben seiner Großmutter mütterlicherseits und ihrer Kinder basiert, im Jahr 2020 auf den Bestenlisten. Der Bestseller, der sich über 100.000 Mal verkauft hat, wurde für den Österreichischen Buchpreis nominiert und erhielt den Publikumspreis beim Bayerischen Buchpreis.
Das Erfolgsrezept, die eigene Familie als literarischen Stoff zu nutzen, setzte Monika Helfer mit den Folgeromanen „Vati“ (2021), mit denen sie ihrem bücherliebenden Vater huldigt, und „Löwenherz“ (2022) über seinen böhmischen Bruder fort. Richard. Sein Schreiben, in dem das Fiktionale und das Autobiografische verschwimmen, zeichnet sich durch die große Empathie aus, die er seinen Figuren gegenüber, oft Kindern und/oder Außenstehenden, entgegenbringt. Dabei hält er sich aber auch in seinen Romanen stets zurück und wahrt eine gewisse Kürze.
ORF Der Roman „Löwenherz“ handelt von Richard, dem Bruder des Helfers
Zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Theaterstücke
Monika Helfer hat zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, Kinderbücher und Theaterstücke veröffentlicht, darunter „Die wilden Kinder“ (1984), „Die kleine Prinzessin“ (1995), „Wenn der Bräutigam kommt“ (1998) und „Mein Mörder“ (1999) . 1999 las er beim Bachmann-Preis-Wettbewerb. Zu seinen Werken gehören „The Rebellious“ (1992), „Beasts in Spring“ (1999) und „Kreuzer’s Children“ (2010). Seit Jahren schreibt er eine Kolumne für die „Vorarlberger Nachrichten“. 2022 war er mit seinem im Mai erschienenen Erzählband „Bettgeschichten und Andere“ erneut auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis.
Ehemann immer erster Leser
Gemeinsam mit ihrem Mann Michael Köhlmeier, ihrem ersten Leser, stets Kritiker, entstehen immer wieder Werke, so entstand zuletzt gemeinsam „Das Leben der Krawatten“ (2022). Außerdem illustrierte er Köhlmeiers Erzählung „Lange Nacht heim“ (2022). 2016 erhielt sie gemeinsam mit ihrem Mann das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. 2021 unternahm Monika Helfer mit der Ausstellung „Sühne“ (gemeinsam mit Sabine Morgenstern) einen Ausflug in die bildende Kunst.
Diverse Auszeichnungen
Für sein literarisches Schaffen erhielt er zahlreiche Preise, wie den Vorarlberger Buchhandelspreis (1995), den Literaturpreis (1997), den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis (2003 und 2011), den Seeliteraturpreis Konstanz (2021), den „Solothurner Literaturpreis“ (2020) und den Johann-Peter-Hebel-Preis (2022).