Sozialsystem: Gibt Österreich zu viel für Luxusrentner aus?

Und Österreich? Es ist in der Mitte

Österreich liegt nicht nur geografisch in der Mitte Europas, sondern auch in puncto Sozialleistungen: Österreich gehört neben Deutschland und Frankreich zu den Ländern mit einem großzügigen Rentensystem, verbindet dies aber mit Unterstützung für Familien und für Arbeitslose, berichtet der Ökonom. Die Umverteilung an das einkommensschwächste Viertel der Bevölkerung beträgt sieben Prozent des verfügbaren Einkommens dieses Landes. Damit würden Sie in Europa „im Mittelfeld“ liegen.

„Anpassungspotenzial“ gebe es laut der Studie vor allem in der Umverteilung auf das Bevölkerungsviertel mit dem höchsten Einkommen, sagt der Experte. „Unsere Analyse zeigt, dass Länder mit einer begrenzten staatlichen Grundrente und kapitalgedeckten Zusatzleistungen, wie Dänemark und die Niederlande, die staatliche Umverteilung auf die Rentner begrenzen können, während sie mehr für Geringverdiener ausgeben und somit in allen Segmenten niedrige Armutsquoten aufweisen der Bevölkerung”, erklärte er der APA.

Grundnutzen für alle

„Auch in Österreich sollte die kapitalgedeckte Säule ausgebaut werden, um das Einkommen von Gutverdienern zu sichern und durch das Vergütungssystem nur eine Grundversorgung für alle bereitzustellen“, sagt der Bevölkerungsökonom. Das würde das Sozialsystem und künftige Generationen erheblich entlasten und sei “angesichts einer alternden Bevölkerung eine Notwendigkeit”.

„Gerechtigkeitsaspekte würden auch Einschnitte in bestehenden Luxus und sehr hohe Renten erfordern“, sagt Binder-Hammer: „Diese über ein Entgeltsystem zu finanzieren, widerspricht Gerechtigkeit und Generationengerechtigkeit und ist ein wesentlicher Faktor bei den Finanzierungsproblemen.“ Hätte die Generation, die die Renten versprach, diese Ausgaben hätte zahlen müssen, “wäre die überhöhte Forderung gar nicht erst entstanden”, sagt der Bevölkerungsökonom.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *