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Erstellt: 30.10.2022 04:49 Uhr
Von: Andreas Thieme
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Lange Zeit war er der Liebling des Münchner Chic-Publikums. Jetzt ist Alfons Schuhbeck allein. Sein Imperium bricht zusammen und sein Stammrestaurant schließt.
München – Drei Jahre und zwei Monate Haft! Das Urteil gegen Alfons Schuhbeck beendet nicht nur seine jahrelange Misswirtschaft und Steuerhinterziehung. Es sorgt auch dafür, dass die Geschäftspartner des Sternekochs abspringen.
Nach dem Schuhbeck-Urteil: Das Imperium des Sternekochs bröckelt
Am Abend der Urteilsverkündung kündigte das beliebte Riemer Teatro an, Schuhbecks Namen mit sofortiger Wirkung aus dem Programm zu nehmen. Der Bayerische Rundfunk will keine TV-Sendungen mehr mit ihm aufzeichnen und bereits aufgezeichnete nicht mehr ausstrahlen. In den Südtiroler Stuben, Schuhbecks Flagship-Restaurant am Platzl, wird es bald fertig: „Hier kommt was Neues“, sagte ein Mitarbeiter am Freitag der tz. Für das neue Jahr soll es fertig sein.
Wohl bald: Nach dem Urteil gegen Alfons Schuhbeck schließen die Südtiroler Stuben. © IMAGO/Ulrich Wagner/Matthias Balk/dpa
Schuhbeck hatte bereits vor Gericht angekündigt, die Dinge finanziell zu regeln. Bereits im Juni 2021 musste er Insolvenz anmelden. „Ich bin als Unternehmer gescheitert“, gestand der Sternekoch, der einst zwölf Unternehmen leitete. „Er hat keine mehr“, sagt ein Vertrauter. Schuhbeck ist nach tz-Informationen nur Angestellter der im Zuge einer Insolvenz neu gegründeten Schuhbeck’s Company GmbH. Das bedeutet, dass alle erzielten Einnahmen in die Insolvenzmasse fließen. Unbekannte Investoren hatten Schuhbeck 2021 gerettet. Er selbst sagte jedoch vor Gericht: „Der neuen Firma geht es schlecht.“ Müssen also auch die Zimmer in Südtirol weichen?
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Schuhbeck ist nach dem Urteil wieder am Werk
Schon Schuhbeck habe Millionen von Dollar aufnehmen müssen, „um meine bisherigen Unternehmen aufrechterhalten zu können“. Das ist in der Pandemie gescheitert. “Im Laufe der Jahre hatte ich immer mehr Filialen und verlor völlig den Überblick.” Schuhbeck hat noch eine Privatwohnung am Münchner Platzl, arbeitet dort aber nicht mehr als Unternehmer. Was ihn nicht daran hinderte, nach seiner Haftstrafe direkt in die Küche der Südtiroler Stuben zu gehen. Allerdings sei Schuhbeck gestern “nicht erreichbar”, sagte ein Mitarbeiter vor Ort auf Nachfrage.
Schuhbeck berät derzeit mit seinen Anwälten, ob er Berufung einlegt. Die Frist beträgt eine Woche. Akzeptiert der Sternekoch sein Urteil, droht ihm bald eine Vorladung in die Justizvollzugsanstalt Landsberg.