“Schade” Kuleba: Lieferungen von Panzern verspricht er nicht
12.11.2022 21:46
Der ukrainische Botschafter Makeiev sagte gerade, er habe in Berlin Zusagen für weitere Waffenlieferungen erhalten. Sein Chef, Außenminister Kuleba, hat nun klargestellt, dass es keine Entscheidung über die Lieferung von Panzern an die Ukraine gibt. “Gepard”-Panzer sind auch Flugabwehrwaffen.
Nach Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba gibt es derzeit keine deutschen Lieferzusagen für die Ukraine. „Diese Entscheidung ist noch nicht gefallen. Es gibt keine Zusagen. Aber wir arbeiten daran, ganz offen“, sagte Kuleba der ARD.
Die Ukraine versteht nicht, warum Deutschland Artillerie liefert, aber keine Panzer. “Ab sofort gibt es Projekte aus Deutschland, das sind die Lieferungen der IRIS-T-Systeme, das sind Flugabwehrwaffen.” “Gepard”-Panzer sind auch Flugabwehrwaffen. „Aber zum jetzigen Zeitpunkt stehen Panzer, soweit ich weiß, nicht auf dieser Liste. Es ist eine Schande.“
Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Oleksij Makeiev, hatte zuvor gesagt, er habe in Berlin Zusagen für weitere Waffenlieferungen erhalten. „Welche werden wir zu gegebener Zeit gemeinsam bekannt geben“, sagte Makeiev in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“. An der Front wurden dringend mehr Flugabwehrsysteme, Panzerhaubitzen, “Cheetah”-Panzer und Munition benötigt. „Außerdem sind wir noch in Gesprächen über die Lieferung der Panzer ‚Marder‘ und ‚Leopard‘. Die Entscheidung darüber liegt aber bei der Bundesregierung“, sagte der Botschafter.
Bundeskanzler Olaf Scholz von der SPD hatte zuvor die Lieferung von “Leopard” 2-Panzern mit der Begründung abgelehnt, kein anderes Nato-Land habe solche Panzer zur Verfügung gestellt. Die USA gaben am Freitag an, kein Hindernis zu sehen. Aber es sei Deutschlands Entscheidung, sagte die stellvertretende US-Außenministerin Wendy Sherman Reportern bei einem Besuch in Berlin.
Kuleba erklärte auch, dass im zivilen Bereich die Lieferung von Generatoren und Transformatoren wichtig sei, um die von Russland systematisch zerstörte Infrastruktur zu ersetzen. Er halte einen generellen Blackout für möglich, fügte Kuleba hinzu, während er gleichzeitig Russland wegen der Kaltwetterangriffe des „Genozids“ bezichtigte. “Der beste Weg, diese Aktion Russlands zu stoppen, sind natürlich Waffen, Raketen, die Drohnen, Panzer und Artillerie abwehren können, damit wir die Russen aus unserem Territorium vertreiben können.”