Russland: 15 Tote nach Schulschießerei in Ischewsk

Bei Schüssen auf eine russische Schule in der Stadt Ischewsk sind am Montag mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Die russische Nachrichtenagentur Tass meldete am Montagabend, die Zahl der Todesopfer sei auf 17 gestiegen. „Nach Angaben der russischen Ermittlungsbehörde starben 17 Menschen, darunter elf Kinder und sechs Erwachsene“, teilte die Agentur mit Auch die Abteilung des Innenministeriums der Republik Udmurt geht davon aus, dass mehr als 20 Menschen verletzt wurden. Einige Kinder wurden verletzt, als sie aus Schulfenstern sprangen.

Der Angreifer beging Selbstmord, wie das Innenministerium bestätigte. Am Nachmittag machten die Ermittler Angaben zur Identität des Täters: Es handele sich um einen 34-jährigen Mann, der früher Schüler der Schule Nr. 88 gewesen sei. Er soll zwei Makarov-Pistolen abgefeuert haben. Der Mann soll wegen Problemen in psychiatrischer Behandlung gewesen sein. Auch er wurde mit einer Geldstrafe belegt.

Der Kreml nannte die tödlichen Schüsse einen “terroristischen Akt”. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, der Angreifer “gehöre offenbar einer neofaschistischen Organisation oder Gruppierung an”. Nach Angaben der Ermittler trug der Mann ein schwarzes T-Shirt mit Nazi-Symbolen und eine Sturmhaube. Dafür wurden keine wirklichen Beweise vorgelegt. Ermittler sagten, das Haus und die Umgebung des Mannes würden jetzt auf Nazis überprüft.

Nach offiziellen Angaben studieren fast 1.000 Schüler an der Schule Nr. 88, und 80 Lehrer unterrichten dort. Udmurtien ist eine Republik im europäischen Teil der Russischen Föderation, Ischewsk ist ihre Hauptstadt, sie liegt etwa 1000 Kilometer östlich von Moskau.

Offenbar ist es schwierig, Wachpersonal für Schulen zu finden

Waren Angriffe in Russland früher sehr selten, kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Anschlägen auf Bildungseinrichtungen mit vielen Toten und Verletzten, so im Mai 2021 auf ein Gymnasium in Kasan, der an Udmurtien grenzenden Hauptstadt Tatarstans. Russische Behörden gaben dem Ausland die Schuld, die Angreifer würden sich von Schießereien an amerikanischen Schulen inspirieren lassen, hieß es immer wieder.

In Russland kamen am Montag Fragen auf, ob die Behörden zu wenig aus den jüngsten Tragödien gelernt hätten. Der Schutz in den Schulen wurde gesetzlich verstärkt. Doch offenbar gestaltet sich die Suche nach Sicherheitskräften schwierig.

Laut einem Zeitungsbericht Komsomolez von Moskau Seit letztem Jahr gab es mindestens zwei Anzeigen an der Schule Nr. 88, aber es fand sich niemand, der bereit war, für den Schutz von Schülern und Lehrern zu sorgen. Laut der Zeitung war am Tag der Fahrerflucht ein Sicherheitsunternehmen im Einsatz.

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