Nach 20 Staffeln unterbricht RTL seine Casting-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ und setzt Dieter Bohlen (68) zum Abschied wieder in die Jury.
Florian Silbereisen (40), der in der vergangenen Saison den Jury-Vorsitz übernahm, wird nicht mehr dabei sein. RTL entwickle damit neue Programmformate, sagte er.
Für die Zuschauer sind das drei überraschende Neuigkeiten, schließlich wirkte die Trennung von DSDS und altgedientem Juror Bohlen vor rund anderthalb Jahren nicht sehr harmonisch. „Wir haben uns verändert, auch Dieter Bohlen hat sich verändert. Ich denke, die Pause hat beiden Seiten gut getan“, sagte Henning Tewes, Generaldirektor der Deutschen Nachrichtenagentur RTL, am Mittwoch. Eine domestizierte Planke wird der Zuschauer wohl nicht erleben. „Dieter ist Dieter, und das soll er auch sein, er redet über Tacheles, sie beleidigen sie manchmal“, sagte Tewes. „Gleichzeitig hat sich Dieter aber auch weiterentwickelt. Jetzt wollen wir das Format ein letztes Mal gemeinsam feiern, gut gelaunt und entspannt.“
Nach der 20. Ausgabe von DSDS soll Schluss sein, die neue und finale Staffel soll im Frühjahr 2023 starten. Nur in der vergangenen, der 19. Staffel, war Jury-Chef Bohlen nicht dabei. Dem, der oft durch seine schroffe Art gekränkt war, ginge es nicht gut, jetzt sagte Bohlen der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn sie mir nicht erlaubt hätten, der Dieter zu sein, der ich bin, hätte ich es nicht akzeptiert.“
Bohlens Abschied von DSDS kam damals für viele überraschend, RTL wollte die Show grundlegend umbauen. In der 19. Staffel saß ein anderer auf dem Stuhl des Chefjurors: der Animateur Florian Silbereisen. Er ist nicht mehr dabei: Auch Sängerin Ilse DeLange und Produzent Toby Gad sitzen nicht mehr in der Jury. Frisch und spannend sei die Show mit diesen Dreien gewesen, sagte RTL-Unterhaltungschef Markus Küttner. „Mein großer Dank gilt allen dreien, die die Show mit ihrer großen musikalischen Erfahrung und ihrem Talent für musikalische Talente bereichert haben. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Florian Silbereisen.“
Auch Fans dürften begeistert sein: Immerhin ist Silbereisen bereits ein großer Fan des deutschen Fernsehens. Bei der ARD moderiert er regelmäßig Samstagabends die Schlagershow „Die Feste“, beim ZDF ist er Kapitän des „Traumschiffs“ – und er hat auch eigene Musikprojekte.
Und Dieter Bohlen? Viele verbinden ihn mittlerweile eher mit seinen harten Jury-Urteilen zu DSDS als mit „Cheri Cheri Lady“ und Thomas Anders. Immerhin war der ehemalige Modern-Talking-Sänger 18 Staffeln lang Jury-Chef, und die Besetzung um ihn herum wechselte ziemlich. Jetzt sagt Bohlen über die vorübergehende Trennung: „Wir haben uns nie gestritten, alle haben das immer missverstanden. Es war eher eine Beziehung, viele Missverständnisse.“ Inhaltliche Streitigkeiten sind völlig normal. „Wir haben jetzt viel geredet und ich habe immer gesagt, dass ich gerne DSDS mache und RTL meine erste Wahl ist. Das hat sich nicht geändert.“ „Deutschland sucht den Superstar“ ist für ihn pure Emotion, ein wichtiger Teil seines Lebens. “Die letzte Saison dabei zu sein, muss einfach so sein.”
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KOLONIE (dpa-AFX)