Sein großes Konterfei, tausende Fans, die gespannt im Stadion warteten, eine kraftvolle Lichtshow – der Empfang bei seinem neuen Verein Al-Nassr war genau das, was Cristiano Ronaldo gefiel. Der frühere Weltfußballer flirtete mit den unzähligen Kameras, genoss die überschwänglichen Liebeserklärungen und gab die Komplimente zu einem Jahresgehalt von 200 Millionen Euro bereitwillig an seinen neuen Chef aus Saudi-Arabien zurück.
„Ich hatte viele Möglichkeiten, ich habe Angebote von vielen Klubs in Europa, Brasilien, Australien und den USA bekommen, aber ich habe mich für diesen Klub entschieden“, sagte CR7 am Dienstagabend in Riad: „Meine Arbeit ist in Europa getan. Ich habe gewonnen.“ alles, spielte in den größten Clubs. Jetzt habe ich eine neue Mission in Asien.”
Auf seinen Mega-Vertrag angesprochen, erklärte der Superstar gewohnt selbstbewusst: „Ich bin ein einzigartiger Spieler.“ Daher ist ein einmaliger Vertrag für einen Spieler wie ihn „normal“.
Pompöser Empfang für den Weltstar
Selbst während einer sogenannten Pressekonferenz, bei der Reporter keine Fragen stellten, erhielt Ronaldo herzlichen Applaus. „Wir lieben euch“, war die Stimme aus dem Plenum. Sein typischer “Siiiiuuuu”-Ausruf wurde auch von einigen Zuschauern gemacht. „Ich bin hier super aufgenommen worden“, freute sich Ronaldo, der allerdings kurzzeitig die Orientierung verlor und Saudi-Arabien mit Südafrika verwechselte. Dies tat seiner Person keinen Abbruch.
Es herrschte also eine Atmosphäre im Msool Park, und doch erinnerte der Auftritt unweigerlich an einen der größten Momente in Ronaldos Karriere und war im Vergleich dazu eher trist. Am 6. Juli 2009, vor zwölfeinhalb Jahren, wurde der Portugiese bei Real Madrid vorgestellt. Mehr als 80.000 Fans strömten in das legendäre Bernabéu-Stadion, Ronaldo brach damit einen Zuschauerrekord, den zuvor Diego Maradona aufgestellt hatte.
Millionen saßen auch vor den Bildschirmen, Ronaldo war jetzt Teil der Galacticos und damals der teuerste Fußballer der Welt (94 Millionen Euro an Manchester United) – es war ein globales Ereignis.
4929 Tage später ist fast alles anders. Nicht nur, dass er dieses Mal einen gelb-blauen Pullover statt des königlichen Weiß trug. Auch Manchester United wollte diesmal nicht zahlen, United wollte ihn nur loswerden. So wurde es beim Klub gelöst, und auch der Nationalmannschaft passierte bei der WM in Katar das Unvorstellbare: Ronaldo saß auf der Bank.
Cristiano Ronaldo mit den neuen Vereinsfarben: Der Portugiese auf einem Werbebanner in Riad: Bild: AFP
In Saudi-Arabien gewinnt er wie nie zuvor, sein Vertrag bis 2025 soll ihm bereits rund 500 Millionen Euro garantieren. Darüber hinaus gibt es starke Sponsoreneinnahmen und wahrscheinlich einen Botschafterauftrag für Saudi-Arabiens Bewerbung um die Weltmeisterschaft 2030.
Ronaldo landete am Montagabend in einem Privatjet mit seiner Familie, einem großen Gefolge und einer privaten Sicherheitsfirma in Riad. In einer schwarzen Limousine ging es in ein Luxushotel, am Dienstag folgte die ärztliche Untersuchung und dann der zeremonielle Teil.
Der Sport bildet jedoch einen klaren Kontrast zu diesem pompösen Spektakel. Am Donnerstagabend beginnt der Ligaalltag: Al-Tai FC stößt in Riad zum Tabellenführer. Ob Ronaldo dem französischen Trainer Rudi Garcia zur Verfügung stehen wird, war zunächst unklar.
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Thomas Klemm und Rainer Hermann
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Das dürfte Mitte Januar der Fall sein, wenn Verfolger Al-Shababs bestes Spiel naht, und wird sich auch in nächster Zeit nicht steigern – Al-Nassr startet in dieser Saison nicht in der asiatischen Champions League.