Return to Red DAX-Wiederherstellungsversuch fehlgeschlagen

Marktbericht

Stand: 26.09.2022 13:03

Nach dem jüngsten Rückgang hat der DAX heute Morgen einen Stabilisierungsversuch gestartet. Einige Investoren ahnten offenbar günstige Einstiegschancen. Doch die Erholung des DAX war nur von kurzer Dauer.

Anfang der Woche trotzte der DAX zunächst anhaltenden Zins- und Rezessionsängsten, Währungsturbulenzen und Sorgen um Italien und drehte nach anfänglichen Verlusten ins Positive. In der Spitze stieg er um 0,6 Prozent auf 12.353 Punkte. Einige Anleger seien offenbar wieder auf der Suche nach Schnäppchen, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Aber es gibt keine Kaufkurse im DAX?

Aber der Stabilisierungsversuch muss als gescheitert gewertet werden. Nach dem deutlichen Einbruch der US-Futures drehte auch der DAX wieder ins Negative und steuert nun auf sein Jahrestief bei 12.180 Punkten zu, auf das er am Freitag gefallen ist. Der deutsche Leitindex scheint seinen Boden noch nicht gefunden zu haben. Als Begründung verweisen Experten sowohl auf die sehr trübe Grafiktechnik als auch auf die düsteren Aussichten der deutschen Wirtschaft.

Starkes Zeichen einer ifo-Rezession

Das ifo Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster Konjunktur-Frühindikator, ist im September auf 84,3 Punkte gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit Mai 2020. Experten erwarteten eine Verlangsamung, allerdings nur auf 87 Punkte. „Die deutsche Wirtschaft tritt in eine Rezession ein“, kommentierte IFO-Präsident Clemens Fuest.

„Das Geschäftsklima der Ifo ist im September regelrecht eingebrochen. Dieser wichtige Frühindikator deutet mehr denn je auf eine Rezession im Wintersemester hin“, ist Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, überzeugt. „Deutschland ist durch die massive Verteuerung von Energieimporten ärmer geworden. Uns steht ein wirtschaftlich schwieriger Winter bevor.“

Der DAX hat noch Luft nach unten

Nicht nur fundamental, sondern auch technisch hat sich der Ausblick für den DAX zuletzt deutlich eingetrübt. Mit dem Absturz auf ein neues Jahrestief sendet der DAX ein Verkaufssignal und signalisiert einen intakten Abwärtstrend. Anleger sollten daher die Unterseite im Auge behalten: „Die nächste große Unterstützung kommt erst in Form des Tiefs vom Oktober 2020 bei 11.450 Punkten“, betont Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse bei HSBC Burkhardt und Trinkhaus.

Wirtschaftsupdate vom 26.09.2022

Bettina Seidl, Personalabteilung, 26.9.2022 09:48 Uhr

US-Futures tendieren nach unten

Auch von der Wall Street kommen negative Impulse für den deutschen Aktienmarkt. Die großen US-Indizes dürften ihre jüngsten Kursverluste heute fortsetzen. Die US-Futures sind deutlich negativ geworden. Futures auf den führenden Dow Jones Industrial Average werden derzeit um 0,8 Prozent im Minus gehandelt.

Bis Freitag war der Dow Jones Industrial Average bereits um 1,6 Prozent auf 29.590 gefallen, 20 Prozent unter seinem Rekordhoch von Anfang Januar. Für charttechnisch orientierte Anleger ist dies ein schlechtes Omen und markiert bei entsprechendem Schlussstand den Eintritt in einen sogenannten Bärenmarkt, in dem die Pessimisten das Ruder übernehmen.

Nach den Wahlen in Italien herrscht am Markt keine Panik

Auf den Rechtsruck bei der italienischen Wahl haben die Rentenmärkte derweil eher gelassen reagiert. Die Risikoaufschläge italienischer Staatsanleihen gegenüber Anleihen stiegen am Morgen um bis zu sechs Basispunkte und fielen damit recht verhalten aus.

“Die meisten Investoren haben mit einem Erfolg der rechten Parteien gerechnet und das Ergebnis weitgehend eingepreist. Die Investoren sind auch erleichtert, dass das Rechtsbündnis eine Zweidrittelmehrheit für eine Verfassungsänderung verloren hat”, erklären Experten. bei der DZ-Bank.

Bettina Seidl, HR, mit Informationen zur Börse

Tagesschau 12:00 Uhr, 26.9.2022

Pfund erreicht Rekordtief nach Truss-Schock

Der Devisenmarkt ist heute viel turbulenter. Das angekündigte Steuerpaket der neuen britischen Regierung löst Schockwellen und einen Ausverkauf beim Pfund Sterling aus. Die britische Währung fiel um ganze 4,4 % auf ein Rekordtief von 1,0382 US-Dollar und steuert nun auf den größten Tagesverlust seit dem Brexit-Referendum 2016 zu. Commerzbank-Experten sprechen von einem „Truss Bump“.

„Offensichtlich sehen viele Marktteilnehmer die Gefahr einer fiskalischen Dominanz“, erklären die Ökonomen Bernd Weidensteiner und Christoph Balz. Daher befürchten die Anleger, dass die Bank of England gezwungen sein wird, die Zinserhöhungen zu verzögern oder zu verlangsamen, die sie zur Finanzierung der steigenden Staatsverschuldung benötigt.

Die Ölpreise stehen weiterhin unter Druck

Anleger ziehen sich aus Angst vor sinkender Nachfrage aufgrund der bevorstehenden Rezession aus Rohstoffen zurück. Darüber hinaus macht die aktuelle Stärke des Dollars diese Anlageklasse für Anleger außerhalb der USA weniger attraktiv. Brent-Rohöl aus der Nordsee fiel bis zur Mittagszeit um 0,2 Prozent auf 85,64 $ pro Barrel. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 0,7 Prozent auf 78,06 Dollar je Barrel. Damit befinden sich die Preise auf dem niedrigsten Stand seit Januar.

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