Veröffentlicht am 10. Oktober 2022, 04:46
Rechtsextremer Messerstecher: „Hoffentlich hat der Promi-Bonus nicht zu diesem laxen Urteil geführt“
Die Sonderbehandlung des Sohnes eines rechtsextremen Prominenten vor Gericht hat Kritik ausgelöst.
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«Ich gehe nicht davon aus, dass der Promi-Bonus oder die politische Ausrichtung der Familie und der Richter zu diesem laxen Urteil geführt haben», sagt SVP-Nationalrat und Präsident der Kommission für Sicherheitspolitik, Mauro Tuena.
20 Minuten/Simon Glauser
Ein 22-Jähriger hat im Sommer 2020 einen 18-Jährigen mit einem Messer angegriffen. Der mutmassliche Täter stammt aus einer bekannten Zürcher Familie.
20min / Taddeo Cerletti
Das Gericht verurteilte ihn in diesem Jahr zu fünfeinhalb Jahren Haft. Seine Identität wurde geschützt.
20min / Taddeo Cerletti
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Der Sohn einer bekannten Zürcher Familie stach mit einem Messer auf einen 18-Jährigen ein und verletzte ihn schwer.
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Das Gericht verurteilte ihn zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis.
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Politiker fordern, dass der Mann nach seiner Inhaftierung überwacht wird.
Er verehrt Massenmörder wie Andres Breivik oder Brenton Tarrant: Ein Rechtsextremist (22) aus prominenter linker Familie hätte 2020 beinahe einen Menschen erstochen und wurde dieses Jahr zu 5,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht legte strenge Auflagen zum Schutz der Anonymität des Angeklagten und seiner Familie fest.
Auf Twitter stieß der Fall auf Kritik. Die Justiz wolle die “näheren Angaben zum Angeklagten geheim halten, weil er der Sohn einer wohlhabenden linken Familie sei”, heißt es in einem Tweet. Andere Beiträge sprechen vom „Versagen der Schweizer Justiz im Fall eines Rechtsextremisten“ und vom „Verhätscheln eines der beiden grünen Richter“.
«Ich gehe nicht davon aus, dass der Promi-Bonus oder die politische Ausrichtung der Familie und der Richter zu diesem laxen Urteil geführt haben», sagt SVP-Nationalrat und Präsident der Kommission für Sicherheitspolitik, Mauro Tuena. Er fordert die Anordnung zusätzlicher Maßnahmen für eine so schwere Straftat mit hohem Rückfallrisiko: „Der Landkreis sollte Fedpol auffordern, den Verdächtigen nach seiner Freilassung auf dem Radar zu behalten.“
„Die Sicherheit der Bevölkerung ist die wichtigste Aufgabe des Staates“
Auch die Nationalrätin der FDP, Doris Fiala, ist der Meinung, dass der junge Mann nach seiner Haft weiter von den Behörden überwacht werden sollte: „Die Sicherheit der Bevölkerung ist die wichtigste Aufgabe des Staates.“ Sie fordert eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kantonen und dem Bund. Wenn der Angeklagte vor seiner Freilassung als ernsthafte Bedrohung eingestuft wird, muss auf verschiedenen Regierungsebenen etwas passieren.
„Sollte der Angeklagte freigelassen werden, hoffe ich, dass die von ihm ausgehende Gefahr für die Bevölkerung ernsthaft aufgeklärt wird“, sagt SP-Politikerin Franziska Roth. Bei der Wahrung der Anonymität sollte für alle derselbe Schutz gelten: „Die Frage ist, ob die gleichen Vorkehrungen getroffen worden wären, wenn der Angeklagte aus einer niedrigeren sozialen Schicht gekommen wäre“, sagt Roth.
„Ihre Identität wird in der Öffentlichkeit geschützt, anders als beispielsweise bei mutmaßlichen Migranten“, kritisiert Mia Jenni, Vizepräsidentin von Juso. Anonymität gegenüber der Öffentlichkeit ist nicht gerechtfertigt; schließlich ist der Angeklagte dieser Tat von öffentlichem Interesse und eine Gefahr für die Bevölkerung.
Der rechtsextreme Messerstecher wuchs in einer linken Promi-Familie auf
Ein Rechtsextremist aus einer prominenten linken Familie hat im Juni 2020 in Zürich beinahe eine Person erstochen. Der 22-Jährige wurde dieses Jahr unter anderem wegen versuchten Mordes zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt Das Online-Magazin „Republik“ hat den Fall kürzlich wieder aufgerollt. Eingehend geprüft werden die strengen Vorgaben des Gerichts zur Wahrung der Anonymität des Angeklagten und seiner Familie sowie die rechtsterroristische Ideologie, die der Angeklagte im Internet verbreitet hatte. So schrieb er beispielsweise, dass er sich mehr rechte Massenmörder wie Anders Breivik oder Brenton Tarrant wünsche und dass alle Antifaschisten hingerichtet werden sollten. Oder dass weiße, heterosexuelle Männer die Vorherrschaft über die Welt haben sollten, dass Nicht-Weiße genetisch und kulturell minderwertig sind und dass Frauen nicht wählen, sondern die Bedürfnisse der Männer befriedigen sollten. Laut einem Tweet rechnete Bucher mit einem Rassenkrieg: «Der Kulturkrieg ist dabei, in einen Rassenkrieg auszuarten, cool. Es geht nicht um Klassen oder Klassenkampf, liebe Marxisten, es geht um Rasse und Rassenkampf.» Die Familie des Angeklagten und sein Verteidiger waren 20 Minuten lang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
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