rbb-Affäre: Die Berliner Generalbundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen im Fall Schlesinger

rbb-Affäre: Die Staatsanwaltschaft Berlin übernimmt die Ermittlungen im Fall Schlesinger

dpa / Britta Pedersen

Audio: rbb24-Inforadio | Do 11.08.22 | Bild: dpa/Britta Pedersen

Der Fall ist zu wichtig: Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen Patricia Schlesinger übernommen. Auch der Rundfunkrat sieht das Wort als dringlich an und erhöht das Tempo.

In der rbb-Affäre um die zurückgetretene Intendantin Patricia Schlesinger hat die Staatsanwaltschaft Berlin die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte die Behörde am Donnerstag von rbb24-Recherchen.

Als Grund wurde die Bedeutung des Falles angegeben. Sebastian Büchner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, sagte, dass die Staatsanwaltschaft zwar automatisch Ermittlungen bei staatsgefährdenden Straftaten wie Terrorismus übernehme, sie aber auch als Vorgesetzte Ermittlungen im Einzelfall übernehmen könne. Dienstbehörde.

Dies geschieht in Fällen von „außerordentlicher Bedeutung“, in denen Sie einen besonderen Schwerpunkt setzen wollen. Dies sei eine Einzelfallentscheidung, sagte Büchner gegenüber rbb24 Inforadio. Auf die Frage, ob der Fall Schlesinger zu einer „höchsten Priorität für die Justiz“ geworden sei, bejahte Bühner: „Das kann man so sagen.“

Sprecher: Verfahren “Kreise zeichnen”

Laut Büchner zieht der Prozess „tatsächlich Kreise“, involviere „viele Menschen“ und wegen der Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der damit verbundenen Vorwürfe.

Am Montag bestätigte die Berliner Staatsanwaltschaft gegenüber dem rbb, dass sie gegen Schlesinger, ihren Ehemann und den inzwischen zurückgetretenen rbb-Vorstandsvorsitzenden Wolf-Dieter Wolf ermittelt. Die Vorwürfe gegen Schlesinger sind zahlreich. Sie betreffen im Wesentlichen die Frage, ob sie Privates und Dienstliches möglicherweise missbräuchlich vermischt hat. Gleichzeitig geht es darum, ob sie mit den Beraterverträgen zu nachlässig war.

Insbesondere wird dem Verdacht der Untreue und der Vorteilsannahme nachgegangen. Vom strafrechtlichen Rahmen her würden beide Delikte nichts bringen, „dagegen wären die Delikte der Vorteilsannahme am schwersten, weil klar ist, dass die Frage nach dem Ansehen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und des öffentlich-rechtlichen Dienstes mehr ist verbunden”, sagte Büchner. .

Der Rundfunkrat tagt nun am Montag

Außerdem wurde bekannt gegeben, dass die rbb-Rundfunkvorstandssitzung von Dienstag auf Montag nächste Woche vorgezogen wird. Dabei soll es um die Details der Schlesinger-Spaltung gehen.

Die Modalitäten seiner Abreise vom Bahnhof sind noch offen. Spekuliert wurde auch über eine mögliche Abfindung für Schlesinger. Das Arbeitsverhältnis würde nominell Ende Februar 2023 enden, Schlesinger war bereit, es zu verkürzen, wenn er sicherstelle, dass es sich um eine „vertragliche Kündigung“ handele.

Rundfunkrat: „Wir scheuen uns nicht, Frau Schlesinger zur Rede zu stellen“

In den vergangenen Tagen seien weitere Pflichtverletzungen bekannt geworden, sagte Rundfunkrat und medienpolitischer Sprecher der brandenburgischen SPD-Landtagsfraktion Erik Stohn: „Als Gremium scheuen wir uns nicht, auf Frau Schlesinger zu drängen, notfalls Berufung einzulegen .”

Allerdings müsse der Rundfunkvorstand rechtssicher handeln und auch die Finanzlage des rbb schützen, sagte Stohn dem Evangelischen Pressedienst angesichts eines möglichen Rechtsstreits um die Trennung des Senders von Schlesinger. Es ist völlig legitim, dass sich die Kommission die notwendige Zeit nimmt, um in dieser Angelegenheit Entscheidungen zu treffen.

Ausstrahlung: rbb24 Inforadio, 11.08.2022, 13:00 Uhr

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