Räumungsstrom Lützerath: Aktivisten besetzen Büros der Grünen

Während die Polizei in Lützerath die Evakuierung des Dorfes vorantreibt, haben Klimaaktivisten an mehreren anderen Orten in Deutschland Solidaritätsaktionen gestartet. Diese zielen darauf ab, den Druck auf die Grünen zu erhöhen. Von der Klimabewegung steht die Partei besonders in der Kritik, seit sie einen Kompromiss zwischen der Landesregierung und dem nordrhein-westfälischen Energiekonzern RWE vereinbart hat, der einen baldigen Kohleausstieg, aber auch den Abbau von Lützerath vorsieht.

Seit 15 Uhr besetzt eine Gruppe, die sich “Interventionistische Linke” nennt, die Zentrale der Grünen Landespartei in Düsseldorf, ebenso die Polizei und Martin Lechtape, Pressesprecher der nordrhein-westfälischen Grünen. Süddeutsche Zeitung Bestätigt „Wir baten sie zu gehen und riefen die Polizei“, sagte Lechtape. Aktivisten fordern auf Twitter, dass Staatspräsidentin Mona Neubauer ein Moratorium durchsetzt, um die Zwangsräumungen in Lützerath zu stoppen.

Auch in Flensburg gab es Aktionen von Klimaaktivisten: Dort besetzte die Gruppe “Ende Gelände” das Regionalbüro von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, as Flensburger Zeitung gemeldet Habeck hatte zuvor die Proteste in Lützerath kritisiert. Die Seite sei “das falsche Symbol”, sagte er am Mittwochabend dem ZDF. Lützerath sei nicht „die Fortsetzung der Energiepolitik der Vergangenheit“, sondern im Gegenteil der „Endspurt“ unter der Energiegewinnung aus Braunkohle.

Habeck sieht den vorzeitigen Kohleausstieg von 2038 bis 2030 im Rheinrevier als Erfolg und die Aufgabe von Lützerath als notwendiges Übel. Dass in den vergangenen Monaten zeitweise mehr Braunkohle zur Stromerzeugung eingesetzt werden muss, gefällt ihm laut Habeck nicht. Aber wegen des Krieges in der Ukraine und der Energiekrise war es unumgänglich.

Aktivisten kämpfen mit regnerischem und stürmischem Wetter

Am Rande des Einsatzes geriet ein Fahrzeug der Zivilpolizei in Brand. “Wir gehen definitiv von Brandstiftung aus”, sagte ein Polizeisprecher. Das Fahrzeug war in der Nähe des Protestlagers Keyenberg geparkt und durch ein Blaulicht auf dem Dach eindeutig als Polizeiauto zu erkennen. Die Täter sollen die Scheibe eingeschlagen und eine brennbare Flüssigkeit in das Auto gegossen haben.

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Ein Polizist benutzt ein Brecheisen, um das Fenster einer Holzhütte zu öffnen. Am zweiten Tag der Räumung brachen Agenten auch in Häuser und Baumhäuser ein.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Regnerisches und stürmisches Wetter macht Lützerather Aktivisten Sorgen. Besonders gefährlich sei die Situation für jene Menschen, die sich in Baumhäusern aufhalten, sagte eine Sprecherin der Initiative «Lützi bleibt». Einige Aktivisten scheinen auch einen Tunnel am Standort gegraben und sich darin versteckt zu haben und behaupten, dass sich unter dem Standort ein ganzes “Tunnelsystem” befindet. Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach hat die Existenz „unterirdischer Strukturen“ bestätigt.

Die Sanierung der Braunkohlestadt Lützerath ist laut Weinspach weit fortgeschritten. „Die Sanierung der oberirdischen Bauwerke ist weitgehend abgeschlossen“, sagte er am Donnerstagabend dem WDR. „Wir haben so ziemlich alle Häuser bis auf eines geräumt. Die Wiese wurde geräumt, die meisten Baumhäuser wurden geräumt. In diesem Sinne ist nicht mehr viel übrig“, sagte er.

Allerdings ist nicht abzusehen, wie lange die Operation dauern wird. Die Evakuierung könnte durch die am Donnerstag entdeckten unterirdischen Gänge verzögert werden. Laut Polizei gibt es immer noch Aktivisten. „Es ist nicht absehbar, wie lange es dauern wird, die unterirdischen Bauwerke aus dem Boden zu räumen. Wichtig wird auch sein, sehr behutsam vorzugehen und kein Risiko einzugehen“, sagte der Polizeichef.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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