“Querdenker”-Demonstration legt den Verkehr in der Stadt Hannover lahm

Der 36-Jährige macht sich keine Sorgen über die Angriffe der Demonstranten. „Im Grunde habe ich keine Angst. Genau das wollen sie“, sagte Hamburg einem Lokalreporter. Dem Spitzenkandidaten kann aber auch Polizeischutz zugesichert werden. Auf dem Weltausstellungsplatz im Zentrum von Hannover stehen vier Autos. „Es ist schlimm, dass die Polizei unsere Stände bewachen muss“, sagt Hamburg.

In der Vergangenheit kam es bei ähnlichen Demonstrationen immer wieder zu Ausschreitungen. Die Beamten wollen entsprechend vorbereitet sein.

Die rund 2.000 Demonstranten der „Roten Linie“ brachten den Verkehr rund um den Opernplatz für einige Minuten komplett zum Erliegen. Auch Dutzende Fahnen und Kleidungsstücke der Gruppe „Querdenken“ waren zu sehen. Demonstranten hielten Schilder mit der Aufschrift „Wir werden gewinnen“ oder „Lauterbach im Gefängnis“ hoch und riefen Parolen wie „Wir sind das Volk“ oder „Warum wir gehen müssen“.

Die Demonstration stoppte vorübergehend den Verkehr in der Innenstadt von Hannover. (Quelle: t-online)

Was sagen die aktuellen Umfragen?

In den jüngsten Umfragen lag die SPD bei ihrem Spitzenkandidaten Weil um mehrere Prozentpunkte vor der CDU. In Niedersachsen regieren bisher beide Parteien gemeinsam. Weils Wunschkoalition ist ein rot-grünes Bündnis, beide Parteien können mit einer Mehrheit rechnen. Weil hatte bereits in seiner ersten Amtszeit gemeinsam mit den Grünen regiert.

Energiekrise und hohe Inflation waren die dominierenden Themen im Wahlkampf, nationalpolitische Aspekte spielten nur eine untergeordnete Rolle. Mit dem Mangel an Lehrern und Erziehern oder der Umstrukturierung der Landwirtschaft im Agrarland hätte es wichtige Probleme gegeben.

Unterstützung für Stephan Weil

Zahlreiche prominente Politiker waren am Freitag nach Niedersachsen gekommen, um die jeweiligen Landesparteien in der Schlussphase des Wahlkampfs zu unterstützen, darunter CDU-Chef Friedrich Merz, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner.

Die Liberalen müssen um den Einzug in den Landtag bangen: Umfragen sehen die FDP seit einiger Zeit bei fünf Prozent. Wenn die CDU zur SPD aufschließt, könnte es nach Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen im Frühjahr der dritte Landtagswahlsieg in Folge sein. Das würde CDU-Chef Friedrich Merz weiteren Gegenwind bescheren. Sollte die FDP nicht in den Landtag einziehen, hätte das wohl auch Auswirkungen auf die Ampelkoalition der Bundesregierung.

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