Polio-Epidemie in London ordnet Auffrischungsimpfungen für Kinder an

Großbritannien kämpft derzeit gegen einen Ausbruch der hoch ansteckenden Viruserkrankung Polio. Wie der britische Nachrichtensender BBC berichtet, empfiehlt die Gesundheitsbehörde (UKHSA) nun allen Kindern zwischen einem und neun Jahren im Großraum London eine „dringende“ Impfung gegen die sogenannte Poliomyelitis. Das Angebot betrifft fast eine Million Kinder.

Im Rahmen der jetzt gestarteten Impfkampagne wird die Polio-Impfung auch bereits gegen die Krankheit geimpften Kindern angeboten. Eltern und Betreuer sollten innerhalb des nächsten Monats von ihrem Hausarzt bezüglich einer Polio-Impfung oder einer Polio-Auffrischimpfung für ihre Kinder kontaktiert werden.

Dem Bericht zufolge wurde das Virus seit Februar dieses Jahres 116 Mal in Londons Abwasser gefunden. Dies ist das erste Mal seit 40 Jahren, dass der Erreger in Großbritannien nachgewiesen wurde.

Die Behörde schlägt Alarm: Die Polio-Mutation könnte gefährlich werden

Die meisten Menschen mit Polio-Infektion haben keine Symptome. Treten Symptome auf, sind diese oft grippeähnlich. Die Patienten klagen über hohes Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Nur in sehr seltenen Fällen könne Poliomyelitis bei Menschen, „die nicht vollständig geimpft sind, Lähmungserscheinungen hervorrufen“, erklärt Vanessa Saliba, Epidemiologin bei der UK Health Safety Agency, laut einem Bericht der Augsburger Allgemeinen Zeitung.

Besorgniserregend ist jedoch, dass das Virus mit zunehmender Ausbreitungsdauer auch mutieren und damit gefährlicher werden könnte. Keimforschung in London deutet darauf hin, dass dies nun in einigen Fällen geschehen ist, hat die britische Health Safety Agency laut BBC ergeben.

Polio gilt in Großbritannien eigentlich als Krankheit der Vergangenheit, nachdem ganz Europa 2003 für poliofrei erklärt wurde. In letzter Zeit haben jedoch Berichte über Polio-Infektionen in Afrika oder den USA Wissenschaftler beunruhigt.

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