Peking: Wir sind ein Entwicklungsland: China will nicht für Klimaschäden aufkommen

Peking: Es ist ein Entwicklungsland, China will nicht für Klimaschäden aufkommen

19.11.2022 23:36

In einer irritierenden Selbsteinschätzung versucht China, Zahlungsverpflichtungen bei der Klimakonferenz in Ägypten zu umgehen. Nach Angaben des Verhandlungsführers bleibt das Land ein Entwicklungsland. Deshalb sollten ärmere Länder nicht für Klimaschäden aufkommen. Im Gegenteil, Peking will profitieren.

Laut seinem Klimaunterhändler Xie Zhenhua fühlt sich China nicht dafür verantwortlich, einen Topf Geld für Klimaschäden in ärmeren Ländern zu investieren. Diese Verantwortung liege bei den Industrieländern, sagte Xie Reportern am Rande der UN-Klimakonferenz in Sharm el-Sheikh. Entwicklungsländer könnten auf “freiwilliger” Basis beitragen, sagte Xie. Sein Land lege wie die Vereinigten Staaten “großes Gewicht” auf die Frage der Schäden und Opfer.

Entschädigungszahlungen für Klimaschäden in besonders gefährdeten Ländern sind der zentrale Diskussionspunkt auf der Klimakonferenz in Ägypten. Dieser wurde laut EU-Kreisen am Abend geräumt. Eine Einigung auf einen Finanztopf zu dem Thema schien möglich. China will im internationalen Klimaschutz weiterhin als Entwicklungsland behandelt werden, wie es das Kyoto-Protokoll vor 30 Jahren vorschrieb. Westliche Länder wollen das Land jedoch aufgrund seiner Wirtschaftskraft und seiner Rolle als größter Emittent von Treibhausgasen nicht mehr als Mittelempfänger einstufen.

Auf die Frage, wer das Geld aus dem Topf bekommen soll, nannte Xie auch Entwicklungsländer, schränkte aber ein: „Ich hoffe, es kann zuerst gefährdeten Ländern zur Verfügung gestellt werden.“

China und die USA sprechen wieder über Klima

Zur Wiederaufnahme des Klimadialogs mit den USA und ihrem Klimakommissar John Kerry sagte Xie: „Wir hatten einen offenen, freundlichen, positiven und aktiven Dialog“, der „insgesamt sehr konstruktiv“ sei. „Wir haben heute vereinbart, dass wir unsere formellen Beratungen nach dieser COP fortsetzen werden, auch persönlich“, sagte Xie.

China brach im August den Klimadialog mit den USA wegen der Spannungen um Taiwan ab. Die Gespräche wurden nach dem Treffen zwischen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Joe Biden am Montag auf Bali wieder aufgenommen. Die Wiederaufnahme des Dialogs wurde nicht ausdrücklich angekündigt. Nach Angaben der US-Regierung war jedoch im Gespräch, dass beide Länder bei wichtigen Themen wie dem Klimawandel zusammenarbeiten und die „Anstrengungen zu diesen und anderen Themen“ vertieft werden sollten.

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