Deutschland „Neue Phase“
Vier Bundesländer wollen das Isolationsgebot der Krone aufheben: Lauterbach kritisiert es
Stand: 11:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Für positiv Getestete gelten Masken bald nur noch in vier Bundesländern
Quelle: dpa/Jonas Walzberg
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Bisher musste sich jeder, der positiv auf Covid-19 getestet wurde, in Deutschland selbst isolieren. Das wollen die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein nun ändern. Bundesgesundheitsminister Lauterbach spricht von einem “Fehler”.
Vier Bundesländer haben sich darauf geeinigt, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte aufzuheben. Das sind Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein, wie die zuständigen Ministerien am Freitag mitteilten. Die Länder kündigten an, dass eine neue Phase zur Bewältigung der Pandemie erforderlich sei.
Statt einer generellen Isolationspflicht für positiv auf Corona getestete Personen soll es verpflichtende Schutzmaßnahmen für Infizierte geben, um besonders gefährdete Personen zu schützen, z.B. in Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen. Die neuen Regeln sollen bald in Kraft treten, die Details werden derzeit ausgearbeitet.
Kritik an den Plänen kam umgehend von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Er hält das Ende der obligatorischen Selbstisolation in den vier Ländern für einen Fehler, „weil es zu einem Flickenteppich in ganz Deutschland führen würde“, sagte Lauterbach am Freitag vor Journalisten in Berlin. “Es gibt auch keinen medizinischen Grund, jetzt auf die Isolationspflicht zu verzichten.” Er warnte vor der wachsenden Zahl von Corona-Fällen und die Zahl der Corona-Toten liege bei etwa 1.000 pro Woche.
In Baden-Württemberg könnten die neuen Regeln Mitte nächster Woche in Kraft treten, sagte ein Sprecher. Konkreter wurde Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Er kündigte an, dass die neue Regelung ab dem 16. November gelten soll. Positiv Getestete sollten jedoch außerhalb ihres Hauses eine Maske tragen. „Und natürlich gilt nach wie vor der Grundsatz: Wenn du krank bist, bleib zu Hause“, sagte Holetschek. Gefährdete Gruppen sollten durch andere Maßnahmen weiter geschützt werden. „Die Entscheidung bedeutet nicht, dass wir dem Infektionsgeschehen freien Lauf lassen“, betonte der Minister.
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„Die Bundesregierung hat sich bisher leider geweigert, eine gemeinsame Lösung für das Isolationsproblem zu finden“, sagte Holetschek. „Deshalb gehen wir jetzt diesen wichtigen Schritt, um angesichts der veränderten Pandemie-Lage verantwortungsvoll mit Corona umzugehen.“ Es ist der richtige Zeitpunkt für Menschen, mehr Verantwortung zu übernehmen.
„Verantwortlich und notwendig“
„Solange das aktuelle Omicron-Virus nicht durch eine pathogenere Variante ersetzt wird, die unser Gesundheitssystem überfordern kann, ist der Schritt verantwortungsvoll und notwendig“, begründete Hessischer Sozialminister Kai Klose (Grüne) die Flexibilität Viele Menschen in Deutschland sind geimpft oder hatten eine Infektion.
Die Bundesländer berufen sich laut Mitteilung in ihrem gemeinsamen Vorgehen auf Erfahrungen aus Nachbarländern wie Österreich. Aus diesen Ländern seien keine negativen Ergebnisse bekannt, sagte er.
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Der Rückgang der Infektionszahlen, wirksame Impfungen und eine Grundimmunität in der Bevölkerung von mehr als 90 Prozent sprechen für eine Aufhebung der Isolationspflicht. Die Länder stellten außerdem fest, dass es in der Regel nicht mehr zu einem schweren Krankheitsverlauf kommt und wirksame antivirale Medikamente zur Verfügung stehen.
Bisher müssen Corona-Infizierte nach einem positiven Testergebnis in der Regel für mindestens fünf Tage und bis zur Beschwerdefreiheit für mindestens 48 Stunden, insgesamt maximal 10 Tage, zu Hause isoliert werden