Nach Nacktfoto-Beziehung: Gefahr lauert im Netz

Der Fall einer Grazer Schule sorgt für großes Entsetzen: Ein Religionslehrer soll Nacktfotos von seinen minderjährigen Schülern gekauft haben. Die Fotos wurden über die Social-Media-Plattform Snapchat gesendet. Möglicherweise nutzte die Lehrerin einen Account unter Mädchennamen: Am Mittwoch feuerte das Erziehungsdepartement sie mit sofortiger Wirkung, auch Psychologen seien auf Abruf; mehr dazu im thema aktfotos: psychologen im dienst.

Virtuelle Einweihung als gängiger Trick

Wenn Erwachsene das Internet nutzen, um das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen zu gewinnen, um sie sexuell zu belästigen, spricht man von „Cyber ​​Grooming“, also virtueller Anbahnung. Die steirische Kinder- und Jugendanwältin Denise Schiffrer Barac sagt, es sei ein ziemlich verbreiteter Trick, um an die gewünschten Inhalte zu kommen.

Denn die Hemmschwelle, Nacktfotos auf diese Weise zu versenden, sei oft niedrig: „Wir stellen fest, dass es heutzutage in jungen Beziehungen üblich ist, nackte oder freizügige Fotos zu versenden Kontakte, bei denen ich die andere Person auf der anderen Seite nicht kenne, ist immer noch strafbar, da muss man aufpassen und das müssen junge Leute wissen.”

Jugendliche fühlen sich in falscher Sicherheit

Der einzige Weg, junge Menschen zu schützen, ist Bildung. So seien etwa über den Messenger-Dienst Snapchat verschickte Fotos meist nur wenige Sekunden für den Empfänger sichtbar, Jugendliche würden sich aber in falscher Sicherheit fühlen: „Es gibt Apps, es gibt Möglichkeiten, diese Fotos sowieso zu speichern, und nachher Natürlich können diese Fotos beliebig verwendet werden, es ist klar strafbar, aber natürlich werden sie leider überall verbreitet und als Urheber dieser Fotos haben Sie keine Kontrolle mehr.”

Auch in der Schule ist Illustration Pflicht

Generell rät Schiffer-Barac, nur Fotos einzureichen, die auch an anderer Stelle veröffentlicht werden: „Ich glaube, das Wissen darüber, was das Internet alles kann und speichert, hat sich noch nicht ins Bewusstsein geschlichen.“ Fachstellen wie „Saferinternet“ würden eine gute Aufklärungsaufgabe bieten, auch Eltern sollten sensibilisiert werden. Der steirische Kinder- und Jugendanwalt fordert die Schulen auf, das Bewusstsein für das neue Schulfach „Digitale Grundbildung“ zu schärfen.

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