Aktualisiert am 29. Juli 2022, 19:43 Uhr
Nach Morddrohungen: Die von Impfgegnern bedrohte Ärztin (36) wird tot in ihrer Praxis aufgefunden
In Österreich nahm sich Lisa-Maria Kellermayr, die ihre Praxis geschlossen hatte, nachdem sie Morddrohungen von Gegnern der Maßnahmen der Krone erhalten hatte, das Leben.
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Die Ärztin wurde am Freitagmorgen tot in ihrer Praxis aufgefunden.
Twitter/Dr. Lisa-Maria Kellermayr
Die Trauernden versammelten sich am Freitag vor dem Gesundheitsministerium. Vor seinem Freitod hatte Kellermayr immer wieder Morddrohungen von Gegnern der Maßnahmen der Krone erhalten.
Heute.at
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In Österreich wurde Dr. Lisa-Maria Kellermayr, 36, tot in ihrer Praxis aufgefunden.
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Seinem Suizid waren Morddrohungen aus der Impfgegner-Szene vorausgegangen.
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Sie stand unter Polizeischutz und gab selbst 100.000 Euro für Sicherheitsmaßnahmen aus.
In Österreich hat sich ein Arzt das Leben genommen. Die Staatsanwaltschaft Wels bestätigte am Freitag einen Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“. Es seien Abschiedsbriefe gefunden worden, zu deren Inhalt sie laut Staatsanwaltschaft nichts sagen wollten. Auf eine Obduktion wird verzichtet.
Die 36-jährige Lisa-Maria Kellermayr war in den vergangenen Monaten vermehrt Anfeindungen aus dem Impfgegner-Umfeld und Hassbotschaften von Anti-Corona-Aktivisten ausgesetzt, berichtet Heute.at.
Kellermayr war auf Polizeischutz angewiesen
Die in Oberösterreich tätige Ärztin hat kürzlich ihre Praxis geschlossen. Auf seiner Website begründete er diesen Schritt damit, dass er seit Monaten Drohbriefe „aus der Szene von Gegnern der Covid- und Impfmaßnahmen“ erhalte und die Kosten der Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr tragen könne. In einem der Drohbriefe beschrieb der Autor, wie er in die Praxis gelangen konnte, um die Ärztin und ihr Personal zu foltern und zu töten.
Die Ärztin stand schon länger unter Polizeischutz, gab aber nach eigenen Angaben auch rund 100.000 Euro für Schutzmaßnahmen aus. Wegen der Drohbriefe gegen Unbekannt ermittelt die Polizei noch. Der Tod der Frau ändert an diesen Ermittlungen nichts, laut Staatsanwaltschaft wartet man noch auf den abschließenden Polizeibericht.
Politik und Gesellschaft sind entsetzt
Trauernde versammelten sich am Freitag vor dem Gesundheitsministerium, legten Blumen und Kerzen nieder. Am Montag, gegen 20 Uhr, folgt eine weitere, noch größere Gedenkveranstaltung auf dem Wiener Stephansplatz. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig zeigte sich auf Twitter „zutiefst besorgt“ über den Vorfall. „Sein Tod zeigt uns, dass wir Hass und Intoleranz in unserer Gesellschaft keinen Platz lassen dürfen“, schrieb er.
Auch der österreichische Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) reagierte mit Bestürzung auf die Nachricht vom Tod des Arztes. „Die Morddrohungen gegen sie und ihre Mitarbeiter waren brutale Realität. Der Hass auf Menschen ist unentschuldbar. Dieser Hass muss aufhören“, schrieb er auf Twitter. Allerdings hatte Kellermayr selbst vor zwei Tagen auf Twitter den Rücktritt von Gesundheitsminister Rauch gefordert.
In Österreich ist die rechte FPÖ die einzige Fraktion, die seit langem praktisch alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie als absurd kritisiert. Die Regierung von ÖVP und Grünen hat die Corona-Maßnahmen stark gelockert. Die Impfpflicht wurde aufgehoben und ab dem 1. August ist es nicht mehr erforderlich, Corona-Infizierte zu isolieren.
Haben Sie oder jemand, den Sie kennen, Suizidgedanken? Oder haben Sie jemanden durch Selbstmord verloren?
Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch
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(dpa/fis)